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18.05.2007 
Mögliche Kooperation

Versorger EWE flirtet mit EnBW

von Jürgen Flauger und Martin Buchenau

In der Energiebranche bahnt sich eine Liaison an: Regionalversorger EWE aus Oldenburg und Energie Baden-Württemberg (EnBW) feilen hinter verschlossenen Türen an einer Zusammenarbeit. Die Möglichkeiten für beide Konzerne außerhalb ihrer Kerngebiete sind verlockend – aber noch steht EWE vor einem Problem.

Spannender Flirt der Energieversorger: EWE und EnBW nähern sich an. Foto: apLupe

Spannender Flirt der Energieversorger: EWE und EnBW nähern sich an. Foto: ap

DÜSSELDORF/STUTTGART. Der Oldenburger Regionalversorger EWE ist an einer Kooperation mit der Energie Baden-Württemberg (EnBW) interessiert. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass sich Aufsichtsräte der beiden Konzerne, der Nummer fünf und der Nummer drei auf dem deutschen Energiemarkt, bereits zu einem Gespräch getroffen haben. Näher wollte er sich dazu allerdings nicht äußern. Die EnBW lehnte einen Kommentar ab. Die Planungen scheinen nach Informationen aus Kreisen der beteiligten Unternehmen allerdings noch in einem sehr frühen Stadium zu sein. Die EWE hat zurzeit auch noch ein großes Problem zu lösen: Sie droht die Kontrolle über ihre wichtigste Beteiligung, die Leipziger Verbundnetz Gas (VNG), zu verlieren.

Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ haben sich der Aufsichtsratschef der EnBW, Claus-Dieter Hoffmann, und der Chef des kommunalen Großaktionärs OEW, Kurt Widmaier, mit EWE-Chefaufseher Günther Boekhoff getroffen. Dabei soll es um mögliche Kooperationen auf verschiedenen Felder gegangen sein. Es kursierten aber auch bereits Planspiele für eine Fusion.

Die Chancen für eine Fusion werden in informierten Branchenkreisen zwar eher gering eingeschätzt. So lägen die Vorstellungen über die Bewertungen der beiden Unternehmen weit auseinander. Auch wäre es schwierig, die Machtbalance bei der EnBW zwischen den beiden Großaktionären OEW und Electricité de France (EdF) zu wahren. EWE gehört Landkreisen und Städte zwischen Ems, Weser und Elbe.

Eine punktuelle Kooperation in einzelnen Bereichen wäre aber strategisch sehr sinnvoll, hieß es weiter. Die EWE sei beispielsweise sehr stark im Gasgeschäft und bei der Windenergie, dagegen fehlten ihr Stromerzeugungskapazitäten. Zudem würden sich die Verbreitungsgebiete nicht überschneiden.

Die EnBW ist abgesehen von einzelnen Beteiligungen vor allem auf das Stammgebiet konzentriert. Der Konzern setzte im vergangenen Jahr 13,2 Mrd. Euro um. Die EWE ist dagegen vor allem in Nord- und Ostdeutschland aktiv. Das Unternehmen kommt auf einen Umsatz von rund neun Mrd. Euro und gilt als eines der profitabelsten der Branche.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Probleme mit dem Verbundnetz Gas erschweren die Gespräche mit EnBW

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