Versorger fusionieren
Paris formt neuen Energieriesen

Gaz de France (GDF) und Suez schließen sich zu einem der weltweit führenden Energiekonzerne zusammen. Wie die Firmen am Montag gemeinsam mitteilten, stimmten die Direktorien beider Unternehmen einer Fusion unter Gleichen zu. Formal führt der Zusammenschluss zu einer Privatisierung des Staatskonzerns GDF – trotzdem bleibt Frankreichs Einfluss gesichert.

ali HB PARIS. Zuvor gliedert Suez das Wasser- und Abfallgeschäft aus, um den Zusammenschluss von Gleichen zu ermöglichen. Die Fusion führt formal zur Privatisierung des französischen Staatskonzerns GDF; Paris bekommt jedoch eine Sperrminorität von gut 35 Prozent am neuen „Energiechampion“. Derzeit hält der Staat an GDF rund 80 Prozent.

Der nun vereinbarte Aktientausch basiere auf einem Verhältnis von 21 GDF-Aktien zu 22 Suez-Aktien. Durch die Fusion werde pro Jahr etwa eine Milliarde Euro über Synergien eingespart. Der Zusammenschluss solle im nächsten Jahr so rasch wie möglich abgeschlossen werden, teilten die Firmen mit.

Durch den Zusammenschluss entsteht ein Energie-Riese mit einer Marktkapitalisierung von rund 90 Mrd. Euro. Dank der Fusion sind künftig zwei der drei weltweit größten Strom- und Gasversorger französische Unternehmen, die vom Staat kontrolliert werden.

Der Zusammenschluss wurde bereits vor 18 Monaten von der damaligen Regierung verkündet und diente vor allem dazu, Suez vor einer feindlichen Übernahme durch die italienische Enel zu schützen. Die EU hatte der politisch motivierten Fusion im November unter Auflagen zwar ihre Genehmigung erteilt, das Projekt kam aber dennoch immer wieder ins Stocken.

Die EU-Kommission hat es am heutigen Montag offen gelassen, ob die nun endgültig besiegelte Fusion wettbewerbsrechtlich neu in Brüssel geprüft werden muss. „Falls die Struktur der Fusion geändert wurde, ist es theoretisch möglich, dass der Zusammenschluss neu bei uns angemeldet werden muss“, sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel. Es sei jedoch an den beteiligten Unternehmen, dieses festzustellen. Er gab keine Auskunft darüber, ob es jüngst Kontakte zwischen den Unternehmen und der Kommission in dieser Sache gab. Die Kommission hatte die Fusion bereits im November vergangenen Jahres mit Auflagen gebilligt. Um nicht zu mächtig zu werden, müssen GDF und Suez zwei Tochtergesellschaften abgeben.

Zuletzt hakte es an der Staatsspitze: Frankreichs neuer Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte den Konzernen klargemacht, dass er den ursprünglichen Fusionsplan nicht billigen werde. Die Zustimmung der Regierung ist nötig, weil durch die Fusion die staatliche GDF mehrheitlich privatisiert wird.

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