Versorger im Visier
Chronik: Widerstand gegen Welle von Gaspreiserhöhungen

Gegen die Welle von Gaspreiserhöhungen regt sich massiver Widerstand. Nicht nur Verbraucher und Politiker, sondern auch Kartellbehörden und Gerichte haben die Versorger dabei ins Visier genommen.

August 2004: Die Firmen kündigen deutliche Preiserhöhungen an. Kartellamtspräsident Ulf Böge will die Koppelung von Öl- und Gaspreisen unter die Lupe nehmen.

September 2004: Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) spricht von „abkassieren“. Konjunkturforscher und Industrie sehen Gefahren für das Wachstum. Verbraucherschützer rufen zum Boykott überhöhter Rechnungen auf.

Dezember 2004: Das Bundeskartellamt hat gegen fünf Unternehmen Missbrauchsverfahren wegen Preiserhöhungen bis zu 14 Prozent eingeleitet. Auch die Kartellbehörden einiger Länder lassen die Preisgestaltung von regionalen Versorgern überprüfen.

Januar 2005: Der Verband der Gas- und Wasserwirtschaft kündigt weitere Erhöhungen an. Gegen Rechnungsboykotteure werde geklagt. Mieterbund und Wohnungseigentümer rufen zu Protesten auf.

April 2005: Erste Erfolge des Bundeskartellamts. Zwei Unternehmen verzichten auf Preiserhöhungen. Gegen zwei andere werden neue Verfahren eingeleitet.

Mai 2005: Nach der Anhebung vom April kündigt der Gasgroßhändler Eon Ruhrgas erneut höhere Preise bei Stadtwerken und Ferngasgesellschaften an. Grund sei die Koppelung an das teuere Öl.

Juli 2005: Das neue Energiewirtschaftsgesetz tritt in Kraft. Damit sollen die Durchleitungsgebühren gesenkt werden. Eine neue Bundesnetzagentur muss sie genehmigen. Eon Westfalen Weser verklagt Kunden, weil sie die Rechnung nicht bezahlen.

September 2005: Das Hamburger Landgericht verhandelt über die erste Sammelklage gegen den norddeutschen Versorger Eon Hanse. Die Richterin verlangt, dass die Firma ihre Kalkulation offen legt. Vor dem Heilbronner Landgericht ist eine Einzelklage anhängig. Geklagt wird auch in Brandenburg, Thüringen und Sachsen.

Oktober 2005: Die Kartellbehörden von Bund und Ländern verabreden eine jährliche Überprüfung der Preise. Niedersachsen leitet Prüfverfahren ein. Hessen hat bereits eine Reduzierung für fast 370 000 Haushalte durchgesetzt.

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