Versorger
Niederländer übernehmen Teil des Eon-Stromnetzes

Ein zentraler Teil des deutschen Stromnetzes wird künftig erstmals von einer ausländischen Netzgesellschaft betrieben. Deutschlands größter Energiekonzern Eon besiegelte gestern den Verkauf seiner Höchstspannungsleitungen an Tennet, die das Netz in den Niederlanden betreibt.
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DÜSSELDORF. Der Kaufpreis beträgt inklusive Barmittel 1,1 Mrd. Euro. Eon zieht sich damit ein weiteres Stück aus dem Heimatmarkt zurück. Tennet will nach den Worten von CEO Mel Kroon ein gemeinsames deutsch-niederländisches Netzgebiet schaffen. "Durch den Zusammenschluss entsteht das erste grenzüberschreitende Stromübertragungsnetz Europas", betonte auch Eon-Chef Wulf Bernotat.

Eons Tochter Transpower war bislang neben der RWE-Gesellschaft Amprion und Töchtern von EnBW und Vattenfall für eine Zone des Übertragungsnetzes zuständig. Diese Höchstspannungsleitungen transportieren den Strom überregional, ehe ihn regionale Netze weiter verteilen. Der Käufer Tennet, der dem niederländischen Staat gehört, wird damit künftig nicht nur für das niederländische Übertragungsnetz, sondern auch für 40 Prozent des Bundesgebietes verantwortlich sein.

Gemeinsam hätten die beiden Unternehmen 2008 rund 1,2 Mrd. Euro umgesetzt und ein Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen von 282 Mio. Euro erzielt. Die Zahl der Mitarbeiter summiert sich auf 1 340.

Tennet-Ceo Kroon verspricht sich durch den Zusammenschluss eine Integration der beiden Märkte. Letztlich werde dies helfen, die Preise anzugleichen und die Sicherheit im Netzbetrieb erhöhen. Und nicht zuletzt biete der Zusammenschluss auch Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Eon bricht damit als erster der großen Energiekonzerne mit der Verbundstrategie.Bisher hatten alle vier großen Betreiber Strom nicht nur produziert und vertrieben, sondern auch komplett bis zum Kunden transportiert. Allerdings behält das Unternehmen seine regionalen und lokalen Verteilnetze. Schon bald dürfte Vattenfall Eons Beispiel folgen und sein Stromnetz verkaufen. Der Konzern verhandelt mit einem Konsortium aus Goldman Sachs und Töchtern von Allianz und Deutscher Bank letzte Details. RWE und EnBW halten dagegen an ihren Netzen fest.

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