Versorger profitieren von Preissteigerungen: EDF und GdF steigern Umsatz deutlich

Versorger profitieren von Preissteigerungen
EDF und GdF steigern Umsatz deutlich

Die französischen Energieversorger Electricite de France (EDF) und Gaz de France (GdF) haben im vergangenen Jahr dank der gestiegenen Strom- und Gaspreise einen deutlichen Umsatzzuwachs verbucht.

HB PARIS. Der weltgrößte Atomstromerzeuger EDF überraschte die Märkte am Mittwoch mit einer Erlös-Steigerung um 15 Prozent auf knapp 59 Mrd. Euro. Neben höheren Preisen kamen dem staatseigenen Konzern auch gestiegene Liefervolumina und die Integration der italienischen Tochter Edison zu Gute. Der ebenfalls staatliche kontrollierte Versorger GdF erhöhte die Einnahmen im vorigen Jahr um mehr als ein Fünftel auf 27,6 Mrd. Euro, blieb damit allerdings hinter den Erwartungen zurück. EDF-Aktien notierten am Mittag in Paris leicht im Plus, GdF-Papiere ein halbes Prozent im Minus.

EDF-Chef Pierre Gadonneix unterstrich, die Gruppe habe ihre Position im Strom- und Gasmarkt trotz höherer Preise ausbauen können. In der Konzernerklärung wurde zudem das Wachstumsziel von drei bis sechs Prozent beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebidta) für 2006 bekräftigt. Die vollständigen Zahlen werden 21. Februar vorgelegt. EDF hatte im vergangenen Jahr die italienische Edison in ihr Geschäft eingegliedert und damit die Kapazitäten gesteigert.

In Europa außerhalb Frankreichs kletterten die Einnahmen bereinigt um 19,7 Prozent auf 24,9 Mrd. Euro. EDF ist am deutschen Energiemarkt über seine Beteiligung an EnBW aktiv. Das Geschäft mit erneuerbaren Energien in der Konzernsparte EDF Energies Nouvelles sank indes leicht um 1,3 Mill. Euro auf 334,8 Mill. Euro.

Auch Gaz de France bekräftigte seine Gewinnerwartung für 2006. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wird demnach auf mehr als fünf Mrd. Euro und der Nettogewinn auf mehr als 2,2 Mrd. Euro zulegen. Der staatliche Versorger soll nach dem Willen der konservativen Regierung mit dem Konkurrenten Suez fusionieren. Dies stößt auf erbitterten Widerstand der Gewerkschaften und der sozialistischen Opposition. Der französische Verfassungsrat hatte die 80-Milliarden-Euro-Transaktion unlängst weiter verschoben. Der Rat urteilte, dass der Deal erst abgeschlossen werden könne, wenn die europäischen Energiemärkte ab 1. Juli vollständig liberalisiert seien. Damit kann die Fusion nicht mehr vor der Präsidentenwahl im April über die Bühne gehen.

Die Energieversorger sind daher im französischen Wahlkampf ein großes Thema: Der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy will den Staatsanteil an EDF verringern, seine sozialistische Rivalin Segolene Royal will das Unternehmen hingegen wieder komplett verstaatlichen und mit GdF fusionieren. Der Zusammenschluss mit Suez wäre dann vom Tisch.

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