Versorger
Strompreis steigt trotz Rezession

Mitten in der Rezession kommt auf die deutschen Haushalte eine zusätzliche Belastung zu: Die Versorger erhöhen auf breiter Front ihre Strompreise. Nach Hunderten vor allem kleinerer Anbieter haben jetzt auch die Branchengrößen Eon und RWE mit entsprechenden Ankündigungen nachgezogen.

DÜSSELDORF. Insgesamt sind schon jetzt Mehrbelastungen für die deutschen Stromkunden von über 1,5 Mrd. Euro absehbar.

Wie die „Bild“-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf Zahlen des unabhängigen Verbraucherportals Verivox berichtet, heben 354 Versorger die Tarife zu Beginn des neuen Jahres um bis zu 21 Prozent an. Im Durchschnitt steigen die Grundtarife um 8,5 Prozent. So eine Erhöhungswelle auf einen Schlag habe man noch nicht erlebt, hieß es bei Verivox.

Eon gab gestern bekannt, dass seine sieben Regionalversorger den Stromtarif zum 1. Februar 2009 um 7,4 bis 9,2 Prozent erhöhen. Betroffen sind davon rund sieben Millionen Kunden. Für einen repräsentativen Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3 500 Kilowattstunden pro Jahr erhöht sich die Stromrechnung damit in der Spitze um über 70 Euro. Am Vortag hatten bereits die größten RWE-Töchter, Rhein-Ruhr und Westfalen-Weser-Ems, Erhöhungen angekündigt. Die drei Millionen Kunden müssen einen Aufschlag von 6,8 Prozent verkraften.

Zum 1. Januar werden nach Angaben des Verbraucherportals Verivox schon über 300 – überwiegend kleinere – Kommunalversorger ihre Tarife anheben, im Durchschnitt um zehn Prozent. Alleine auf deren Kunden kommt nach Verivox-Berechnungen eine Mehrbelastung von über einer Mrd. Euro zu – mit Eon und RWE dürfte die Summe auf mehr als 1,5 Mrd. Euro klettern.

Dabei hatten die Verbraucher wegen des Verfalls des Ölpreises, der seit seinem Spitzenwert im Sommer auf ein Drittel gesunken ist, bei den Energiekosten doch auf deutliche Entlastungen gehofft. Nach Darstellung der Energiebranche, wie jetzt von Eon und RWE, kommt der Effekt für die Strompreise 2009 aber zu spät, die Kosten für den Einkauf im Großhandel seien gestiegen.

Die Versorger decken sich nach eigenen Angaben üblicherweise über einen längeren Zeitraum und in mehreren Tranchen am Terminmarkt ein. Für die Lieferungen im kommenden Jahr begannen sie damit in der Regel im Sommer 2007. Damals kostete eine Megawattstunde (MWh) zur Lieferung im Jahr 2009 an der Leipziger Strombörse EEX noch rund 55 Euro. Im ersten Halbjahr 2008 kletterte der Preis dann stetig bis zu einem Spitzenwert im Juli von über 90 Euro an, ehe er wieder auf unter 60 Euro sank.

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