Versorger
Vattenfall will Nuon komplett übernehmen

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall setzt seinen europaweiten Expansionskurs in den Niederlanden fort. Wie am Montag in Stockholm und den Niederlanden mitgeteilt wurde, will das auch in Deutschland aktive Unternehmen den Stromerzeuger Nuon für 10,5 Milliarden Euro übernehmen.

DÜSSELDORF. Der Ausverkauf der niederländischen Energiewirtschaft geht weiter: Wenige Wochen nach der Übernahme der Nummer eins, Essent, durch RWE, geht die Nummer zwei, Nuon, an den schwedischen Vattenfall-Konzern. Vattenfall kauft den Konkurrenten in mehreren Schritten und zahlt insgesamt 10,3 Mrd. Euro.

Die beiden niederländischen Versorger, die bisher im Besitz von Kommunen und Provinzen waren, rechnen sich im Alleingang keine Chance mehr auf dem zusammenwachsenden europäischen Energiemarkt aus. RWE und Vattenfall nutzen mit Essent und Nuon umgekehrt eine der wenigen noch verbliebenen Chancen, um zu den Branchenführern aufzuschließen. Zu den umsatzstärksten Energiekonzernen in Europa gehören Electricité de France, die deutsche Eon und die italienische Enel.

Vattenfall muss entsprechend teuer für die Übernahme bezahlen: Das Gebot bewertet Nuon mit dem 9,7-Fachen des Ergebnisses vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda). Bei Essent zahlt RWE das 9,6-Fache. Die Branche wird an der Börse zurzeit im Schnitt nur mit dem 6,6-Fachen bewertet.

Vattenfall übernimmt in einem ersten Schritt 49 Prozent und stockt in den kommenden sechs Jahren auf 100 Prozent auf. Das Netzgeschäft von Nuon ist nicht Teil der Transaktion. Gemeinsam kommen die beiden Konzerne auf einen Umsatz von rund 20 Mrd. Euro und 7,5 Mio. Kunden. Unter den Stromversorgern Europas steigt der Gesamtkonzern damit auf Platz sechs. In die Spitzengruppe stößt Vattenfall vor allem beim Betrieb von Offshore-Windparks und im Energiehandel vor. In Deutschland stärkt Vattenfall so den eher schwachen Vertrieb von Strom und Gas.

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