Versteigerer Schmeigelt soll Anteil an Europas größtem Immobilienkonzern unter den Hammer bringen
Investoren ringen um Mehrheit an IVG

Um Europas größten Immobilienkonzern IVG ringen derzeit eine Reihe von Investoren. Der Grund: Am Dienstag will der Versteigerer Karl-Heinz Schmeigelt eine Mehrheitsbeteiligung von 50,54 % verkaufen.

HAMBURG. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, will ein Bankenkonsortium bestehend aus HSH Nordbank sowie DZ Bank hierfür ein Angebot unterbreiten. Die Banken wollen aber bereits kurze Zeit später große Teile des IVG-Pakets an einen Investor mit industriepolitischer Kompetenz weiterreichen, heißt es aus den Kreisen.

Unklar ist, ob die Wiener Immobilienfirma Immofinanz mitbieten wird. „Es ist nicht ausgeschlossen, das wir Interessen an dem Aktienpaket haben“, sagte Vorstandschef Karl Petrikovics. Näheres wollte er nicht sagen. Auch der Düsseldorfer Kaufmann Klaus-Peter Schneidewind lehnte einen Kommentar ab, ob die niederländische Finanzholding Rebon mit einem Partner ein Angebot für die IVG unterbreitet. Schneidewind ist Mitgesellschafter der Rebon. Die Firma hatte erklärt, eine Übernahme zu prüfen.

Durchkreuzen könnte die Versteigerung hingegen ein Firmenkonsortium unter Beteiligung einer bedeutenden Unternehmerpersönlichkeit, die privat über ein großes Immobilienvermögen verfügt. Dieses Konsortium will möglicherweise am Montag eine Kaufofferte für die IVG-Beteiligung unterbreiten, heißt es aus Finanzkreisen. Damit würde die Auktion nicht stattfinden.

Die IVG-Mehrheit wird verkauft, weil die Banken im November 2003 einen Kredit von 600 Mill. Euro für die Sirius-Beteiligungs GmbH verweigert hatten. Die Tochterfirma der Frankfurter WCM musste deswegen Insolvenz anmelden. Die Banken kündigten daraufhin an, das IVG-Paket von Sirius zu versteigern. Es ist an der Börse rund 500 Mill. Euro wert. Der IVG-Kurs lag gestern bei 9,60 Euro. Die Firma besitzt Büro- und Gewerbeimmobilien im Wert von rund 3,3 Mrd. Euro. Die beteiligten Banken gaben hierzu keine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin des Sirius-Insolvenzverwalters erklärte, dass der Auktionstermin nicht aufgehoben wurde.

Unklar ist, ob den freien IVG-Aktionären ein Pflichtangebot unterbreitet wird. Wie es in Finanzkreisen heißt, will kein Interessent als Einzelinvestor einen IVG-Anteil von mehr als 30 % erwerben. Erst ab dieser Schwelle muss dem Streubesitz ein Angebot gemacht werden.

Für den Versteigerer Karl-Heinz Schmeigelt ist dies die zweite größere Auktion. Erst im Oktober 2002 hatte er ein 40 %iges Aktienpaket am Axel Springer Verlag an die Deutsche Bank veräußert, dass ihr zuvor als Pfand nach der Pleite des Münchener Filmhändlers Leo Kirch in die Hände fiel.

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