Versteigerung von Standorten für neue Reaktoren läuft
Eon und RWE bieten für britische AKW

Eon und RWE haben nach Informationen des Handelsblatts gemeinsam erste Angebote für drei Kernkraft-Standorte in Großbritannien abgegeben. Die britische Atombehörde NDA hat die mit Spannung erwartete Versteigerung der Grundstücke, an denen die Käufer neue Anlagen errichten dürfen, vor einigen Tagen im Internet gestartet. Die Konkurrenz der deutschen Energieriesen ist stark.

DÜSSELDORF. In Branchenkreisen wird mit einem lebhaften Wettbewerb gerechnet. Die Auktion könnte sich deshalb noch Wochen ziehen. Großbritannien hat vor eineinhalb Jahren als eines der ersten europäischen Länder eine Kehrtwende in der Energiepolitik vollzogen und will wieder verstärkt auf die umstrittene Kernenergie setzten. Die Ankündigung, den Bau neuer Kraftwerke zu fördern, hat das Interesse vieler Versorger geweckt. Die beste Ausgangsposition verschaffte sich dabei bereits im vergangenen Herbst Electricité de France (EDF). Die Franzosen übernahmen den Betreiber der meisten aktuellen Reaktoren British Energy, an dessen Standorten neue Anlagen am einfachsten zu bauen sind.

Konkurrenten sollen aber durch die jetzt gestarteten Auktionen auch noch zum Zuge kommen. Die Nuclear Decommissioning Authority, abgekürzt NDA, die für die Stilllegung der ältesten Reaktoren zuständig ist, hat zwei eigene Standorte für Neubauprojekte zum Verkauf gestellt. Zudem vermarktet sie ein weiteres Grundstück, von dem sich EDF trennen muss, um den Wettbewerb auf dem britischen Strommarkt anzukurbeln. Die NDA hat den Immobilienmakler Colliers beauftragt, eine Internetauktion zu betreuen. Beteiligen dürfen sich Unternehmen, die vorab nachgewiesen haben, dass sie ein Kernkraftwerk betreiben können.

Die Teilnehmer sind zur Vertraulichkeit verpflichtet. Sprecher von Eon und RWE lehnen deshalb auf Anfrage auch einen Kommentar ab. In Unternehmenskreisen wird aber bestätigt, dass sie sich an der Auktion beteiligen und für alle drei Standorte bieten. Die beiden deutschen Konzerne hatten vor wenigen Wochen überraschend eine Allianz für den Neubau britischer Kernkraftwerke geschlossen. Sie wollen so die Chancen, überhaupt zum Zuge zu kommen, erhöhen und die Risiken der Investitionen teilen. Sollten sie bei der Auktion den Zuschlag für ein, zwei oder sogar drei Standorte erhalten, kämen schließlich noch Milliarden-Kosten für den Bau der Reaktoren hinzu.

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