Verstoß gegen Monopolgesetz
Audi akzeptiert Millionenstrafe in China

Die chinesischen Behörden sind gnädig mit dem deutschen Autobauer Audi - und sprechen wegen Verstößen gegen Monopolgesetze die Minimalstrafe aus. Nun wollen die Ermittler weitere Branchen ins Visier nehmen.
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PekingAudi und sein chinesischer Partner FAW haben im gemeinsamen Unternehmen in China Verstöße gegen das Anti-Monopolgesetz eingestanden. Eine Untersuchung der Preiswächter der Provinz Hubei habe ergeben, dass beim Händlernetz teilweise gegen das nationale Anti-Monopolgesetz verstoßen worden sei, teilte Audi am Mittwoch auf Anfrage mit. „Das Audi Joint-Venture FAW-Volkswagen hat bei den Untersuchungen eng mit den Behörden zusammengearbeitet und wird eine Strafe akzeptieren“, hieß es in der Mitteilung.

Chinesische Medien berichteten unter Berufung auf Ermittler, dass es eine Strafe in Höhe von 1,8 Milliarden Yuan (218 Millionen Euro) geben werde. Das entspricht etwa einem Prozent des Umsatzes von Audi in China im Jahr 2013 - und ist damit die Minimalstrafe, die das chinesische Anti-Monopolgesetz zulässt. Im schlimmsten Fall hätte Audi eine Strafe von zehn Prozent des Umsatzes gedroht.

Die Strafzahlung könne auf die Audi-Händler in der Provinz Hubei übertragen werden. Audi wollte sich nicht zu möglichen Strafzahlungen äußern. „Bitte verstehen Sie, dass wir den Vorgang nicht weiter kommentieren, solange die zuständigen Behörden die Untersuchung nicht abgeschlossen und veröffentlicht haben“, teilte das Unternehmen lediglich mit.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Audi und FAW soll Mindestpreise für Ersatzteile und Dienstleistungen festgelegt haben, hieß es in den Medienberichten. Das ist jedoch nach Chinas Wettbewerbsgesetz verboten.

Neben Audi sind auch andere deutsche Autobauer im Visier der chinesischen Behörden: Gegen Daimler wird ebenfalls ermittelt. Insgesamt sollen mehr als 1.000 chinesische und ausländische Unternehmen der Autoindustrie von den Ermittlungen betroffen sein, darunter auch Zulieferer und Händler. Die Ermittlungen hatten zuletzt zu Preissenkungen geführt, mit denen die Hersteller, darunter auch VW und BMW, ihre Kooperationsbereitschaft signalisieren wollen.

Seit dem vergangenen Jahr führt die chinesische Führung verstärkt Ermittlungen gegen ausländische Unternehmen. Kürzlich wurde ein Verfahren gegen den US-Softwareriesen Microsoft bekannt, dem chinesischen Medien zufolge bei seinem Betriebssystem Windows ein De-facto-Monopol vorgeworfen wird. Staatlichen Medien zufolge plant die Regierung zudem, gegen den US-Chiphersteller Qualcomm vorzugehen.

Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass nach der Autoindustrie auch andere Industriezweige, wie die Zementhersteller und die Pharmaindustrie, stärker untersucht werden sollen.

Im vergangenen Jahr hatte die chinesische Führung wegen illegaler Preisabsprachen eine Strafe von umgerechnet 80 Millionen Euro gegen sechs Babymilchproduzenten verhängt. Fünf der Firmen stammen aus dem Ausland.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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