Vertiefte Kooperation vorstellbar
Scania-Chef gegen Fusion mit MAN

Der schwedische Lastwagen-Hersteller Scania lehnt einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten MAN ab. „Eine Fusion bringt immer gewaltige interne Kämpfe mit sich, besonders dann, wenn sich Bereiche überschneiden wie bei MAN und Scania“, sagte Scania-Chef Leif Östling der „WirtschaftsWoche“.

HB/dpa MÜNCHEN. Letztlich würde eine Fusion nach seiner Einschätzung lediglich der Konkurrenz in die Hände spielen. In den vergangenen Wochen war über einen Zusammenschluss der beiden Unternehmen spekuliert worden.

Die europäische Nutzfahrzeuge-Branche steht vor der Konsolidierung. Volvo muss aus Kartellgründen seinen Scania-Anteil bis April kommenden Jahres verkaufen. MAN-Chef Rudolf Rupprecht hatte kürzlich Spekulationen über eine Annäherung der beiden Unternehmen neue Nahrung gegeben. Management und Großaktionäre hätten sich darauf verständigt, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten, sagte er bei Vorlage der Halbjahreszahlen. „Wir sind konstruktiven Lösungen gegenüber aufgeschlossen.“ Einen Verkauf der Nutzfahrzeuge-Sparte lehnt Rupprecht allerdings entschieden ab. Bei einem Zusammenschluss will MAN zudem die unternehmerische Führung haben.

Auch Östling sagte, langfristig könne er sich eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem deutschen Lkw-Bauer vorstellen. „Bei einer Kooperation geht es um Vorteile für beide Seiten.“ Zunächst müsse allerdings die Entwicklung der aktuellen Projekte abgewartet werden. „Wenn beiden Seiten die erwarteten Vorteile bringen, können wir über eine Vertiefung oder Ausweitung unserer Zusammenarbeit reden.“

Derzeit werde ohne Einbeziehung der Unternehmen über große Einschnitte diskutiert, kritisierte der Scania-Chef. „Da wird in Finanzkreisen über die Reorganisation einer ganzen Branche spekuliert, aber wenige machen sich die Mühe, mit den handelnden Personen zu reden.“ Zwischen MAN und Scania sei eine Fusion nie thematisiert worden. „Mein Eindruck ist, dass es die dominanten MAN- Aktionäre und ihre Partner sind, die mit dem Unternehmen als solches handeln wollen.“ Großaktionär bei MAN ist die Allianz.

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