Vertrag geschlossen
VW steckt Millionen in erstes russisches Werk

Der deutsche Autobauer Volkswagen hat nach langer Verzögerung den Vertrag über sein erstes Werk in Russland unterzeichnet. Der Konzern will 370 Millionen Euro für das neue Montagewerk ausgeben.

HB MOSKAU. Demnach sind zunächst Investitionen von 270 Mill. Euro geplant, weitere 100 Mill. Euro sollen für ein Presswerk folgen, wie das russische Ministerium am Montag in Moskau anlässlich der Vertragsunterzeichnung mitteilte. Der Wolfsburger Autobauer bestätigte die Investitionssumme, nannte aber keine Details.

VW hatte am Freitag bekannt gegeben, dass er von der zweiten Jahreshälfte 2007 an in der südwestlich von Moskau gelegenen Stadt Kaluga Modelle der Marken Volkswagen und der tschechischen Konzerntochter Skoda montieren lassen will. Später soll ein Kleinwagen gebaut werden, der eigens für den russischen Markt auf Basis des in Europa erfolgreichen „Polo“ konzipiert wird. Das neue Werk soll bis zu 3 500 Menschen beschäftigten und eine jährliche Fertigungskapazität von 115 000 Fahrzeugen haben. Der Autobauer will in Kaluga anfangs 20 000 Fahrzeuge im Jahr aus importierten Komponenten montieren. Gleichzeitig sollten Karosseriebau, Lackiererei und Montage aufgebaut werden, damit ab 2009 dort die Vollfertigung der Autos beginnen kann. Mit dem Werk schafft Volkswagen auch die Voraussetzung dafür, Fahrzeuge zu niedrigeren Zöllen nach Russland zu exportieren. „Das neue Werk bedeutet geringere Zölle und günstigere Preise für unsere Autos. Dadurch können wir unser Marktvolumen in Russland deutlich steigern und so die Auslastung der Komponentenwerke des Konzerns erhöhen“, erklärte Konzernchef Bernd Pischetsrieder. Ziel sei, in vier bis fünf Jahren den Absatz auf 150 000 Pkw von derzeit rund 30 000 auszuweiten.

Der Konzern hat im Zuge seines Sanierungskurses bis zu 20 000 Arbeitsplätze in seinen westdeutschen Montage- und Komponentenwerken in Frage gestellt, ein Fünftel der westdeutschen Belegschaft. Anfangs hatte der geplante Werksneubau in Russland deshalb Kritik des Betriebsrats ausgelöst. Ursprünglich hatte Volkswagen nach einer mehrjährigen Anlaufphase in Russland auch den Kleinwagen „Gol“ für den Export in andere europäische Länder bauen wollen. Bislang fertigt der Konzern den Gol jedoch in Brasilien für den lokalen Markt.

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