Vertrag mit Repower
RWE bestellt 54 Turbinen für Nordsee-Windpark

Eigentlich steht die endgültige Investitionsentscheidung noch aus. Dennoch hat der Energiekonzern RWE nun 54 Turbinen für seinen geplanten Offshore-Windpark in der Nordsee in Auftrag gegeben.
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DüsseldorfDer Essener Energiekonzern RWE hat bei Repower 54 Turbinen für einen geplanten Windpark in der Nordsee in Auftrag gegeben. Ein entsprechender Vertrag wurde unterzeichnet, erklärte ein Sprecher der RWE-Tochter Innogy am Mittwoch. Damit erfülle RWE eine Grundvoraussetzung der Bundesnetzagentur, um sich den Netzanschluss sichern zu können.

RWE hatte zuletzt angekündigt, seine finale Entscheidung über die Milliardeninvestition für den weltgrößten Windpark auf See, Innogy Nordsee 1, erst im kommenden Jahr zu treffen. Als Grund hatte der Konzern unklare Vorschriften des Bundes ins Feld geführt. RWE wolle das geplante Bundesgesetz abwarten, das die Haftung etwa bei einem verspäteten Anschluss ans Stromnetz regeln soll.

Das Bundeskabinett hat derweil Ende August ein Gesetz mit neuen Haftungsregelungen beschlossen, das für den Fall von Verzögerungen und Pannen zunächst die Verbraucher zur Kasse bittet. Diese müssen ab 2013 mit einem Aufschlag von bis zu 0,25 Cent pro Kilowattstunde - knapp zehn Euro pro Jahr für den Durchschnittshaushalt - rechnen. So sollen insgesamt rund 750 Millionen Euro eingenommen werden, mit denen bereits eingetretene Verzögerungen sowie künftige Verzüge bei der Anbindung von Windparks an das Leitungsnetz abgesichert werden.

Nach der bisherigen Gesetzeslage hätten eigentlich die Netzfirmen wie Tennet die Windpark-Betreiber entschädigen müssen. Da Tennet, das für den Anschluss der Nordsee-Windparks zuständig ist, sich dazu aber außer Stande sieht, drohte der ohnehin verzögerte Ausbau von Offshore-Strom zu scheitern.

Der Ausbau der Windenergie auf See ist von erheblicher Bedeutung für die von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende. Die Regierung will bis 2020 den Anteil von Ökostrom am Verbrauch auf mindestens 35 von derzeit 20 Prozent erhöhen.
Der vom Atomausstieg in Deutschland gebeutelte Energieriese RWE hat sich wie Konkurrent Eon den Ausbau seines Ökostromgeschäftes mit Milliarden-Investitionen auf die Fahnen geschrieben. Der neue RWE-Chef Peter Terium will den Anteil der Erneuerbaren an der Erzeugungskapazität des bislang schwer atom- und kohlelastigen Konzerns bis 2020 auf mindestens 20 von derzeit 7,5 Prozent steigern.

RWE hatte im April vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die Genehmigung zum Bau des Offshore-Windparks Innogy Nordsee 1 erhalten. Der Windpark umfasst 54 Turbinen und soll rund 40 Kilometer vor Juist auf 34 Quadratkilometern errichtet werden. Auch für die geplanten Windparks Nordsee 2 und 3 wird bald eine Erlaubnis erwartet.

Insgesamt plant RWE, mit Innogy Nordsee 1 bis 3 in den kommenden Jahren auf 100 Quadratkilometern rund 160 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 1000 MW zu errichten, was der Leistung eines Atommeilers entspricht. RWE hat für alle drei Phasen ein Investment von über drei Milliarden Euro veranschlagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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