Vertrag soll Montag unterzeichnet werden
Daimler-Chrysler baut Mercedes-Pkw in China

Der deutsch-amerikanische Automobilkonzern Daimler-Chrysler hat den erhofften chinesischen Partner für den Aufbau einer Mercedes-Pkw- und Lkw-Produktion gefunden. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur wird am Montag ein Rahmenabkommen in der chinesischen Hauptstadt unterzeichnet. Dabei sind Investitionen von einer Milliarde Euro geplant.

HB STUTTGART. Ein Daimler-Chrysler-Sprecher bestätigte, Schrempp sei auf dem Weg nach China. In Delegationskreisen hieß es, Schrempp, Nutzfahrzeug-Chef Eckhard Cordes und Chefstratege Rüdiger Grube würden am Montag in Peking erwartet. Zusammen mit Beijing Automotive produziert Chrysler seit Jahrzehnten in einem Joint Venture (“Beijing Jeep“) bereits Geländefahrzeuge und seit kurzem auch den Mitsubishi Pajero.

Neben schweren und mittelschweren Nutzfahrzeugen sollen mit Beijing Automotive im Jahr 25 000 Fahrzeuge der Mercedes-E- und C-Klasse aus vorgefertigten Teilesätzen (CKD) gebaut werden, wie Schrempp bestätigte. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert hatte gesagt, vom Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung an werde es 18 Monate dauern, bis die Produktion aufgenommen werden könne. „Mir kam es auf die Qualität des Partners und der Verträge an, nicht auf die Geschwindigkeit“, sagte Schrempp dem Magazin. Nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ will Daimler-Chrysler in China darüber hinaus zusammen mit Southeast (Fujian) Motor Corp Transporter bauen.

Zuletzt verkaufte Mercedes-Benz rund 8 000 Import-Pkw im Jahr in China, andere globale Hersteller sind dort längst präsent, BMW beginnt im Herbst mit der Produktion. Der riesige Markt gilt als größte Zukunftshoffnung für die Autoindustrie. Ein geplantes Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Marktführer First Automotive Works (FAW) war Anfang des Jahres vor allem deshalb gescheitert, weil die Chinesen Zugriff auf die Technologie des Stuttgarter Konzerns forderten. Die chinesische Regierung muss Gemeinschaftsfirmen mit ausländischen Unternehmen zustimmen.

Mercedes: Die großen Wachstumssprünge kommen noch"

Die aus Mercedes, Smart und Maybach bestehende Mercedes Car Group rechnet auch für das kommende Jahr noch mit stagnierenden Verkaufszahlen. „Wir planen derzeit, uns im nächsten Jahr beim Absatz in etwa auf dem Niveau dieses Jahres zu bewegen“, sagte Mercedes-Chef Hubbert in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. „Das hat damit zu tun, dass bei unserer kleinsten Baureihe - der A-Klasse - sowie beim Geländewagen, der M-Klasse, der Generationswechsel bevorsteht. Die großen Wachstumssprünge kommen erst danach.“ Auch für das laufende Jahr setzt sich die Nobelmarke weiter zum Ziel, bei Absatz, Umsatz und Ergebnis an das Vorjahresniveau anzuknüpfen.

Ausbau der internationalen Präsenz

Bis zum Jahr 2010 soll der Mercedes-Absatz durch zusätzliche Modelle und einen Ausbau der internationalen Präsenz auf rund 1,5 Millionen Autos ausgeweitet werden, dazu kämen dann 300.000 Smart, wie Hubbert bekräftigte. Bis einschließlich August 2003 ist der Absatz der Car Group um zwei Prozent zurückgegangen, wie Hubbert erklärte. Mercedes-Benz habe damit auf dem schrumpfenden Markt Anteile gewonnen. 2002 waren Mercedes, Smart zusammen mit den ersten Exemplaren der Luxus-Limousine Maybach 1,23 Mill. Mal verkauft worden.

Schrempp bekräftigte in dem „Spiegel“-Interview die im Juni nach unten korrigierte Planung des Konzerns, wonach der Konzern 2003 operativ ungefähr fünf Milliarden Euro verdienen wolle. Das Ziel, bei der US-Tochter Chrysler wenigstens schwarze Zahlen zu schreiben, stellte er unter Vorbehalt: „Bei Chrysler streben wir dieses Jahr weiter an, leicht positiv abzuschließen. Aber auf Grund erheblicher Risiken wegen der möglichen Verschärfung des Wettbewerbsumfelds in den USA wird das ein hartes Stück Arbeit“, sagte er. Ursprünglich hatte Chrysler mit etwa zwei Milliarden Euro Gewinn kalkuliert.

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