Vertrag unterzeichnet
Russen bauen Airbus-Maschinen um

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS arbeitet künftig noch enger mit russischen Firmen zusammen. Bei den Flugzeugherstellern MIG – bekannt für seine Düsenjäger – und Irkut stehen schon bald ganze Airbus-Maschinen in den Hallen. Die Russen bauen sie zu Frachtmaschinen um. Langfristig wollen sie jedoch mehr.

HB BERLIN. Führende Vertreter der EADS-Tochter Airbus und der russischen Luftfahrtfirmen unterzeichneten am Dienstag am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin-Schönefeld ein Kooperationsabkommen zum Umbau von Airbus-Flugzeugen. „Mit dieser neuen Vereinbarung wird die bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein neues Niveau gehoben, das auf einer langfristigen Partnerschaft gründet“, sagte Airbus-Chef Gustav Humbert. Bisher liefern die Russen nur einzelne Bauteile an Airbus.

Der vorläufigen Vereinbarung zufolge sollen Flugzeuge der kleineren Typen A320 und A321 von russischen Firmen zu Frachtmaschinen umgebaut werden. Dabei übernehmen die Russen sowohl die Entwicklung, als auch die Instandhaltung der Flugzeuge. Das Vorhaben soll nach Airbus-Angaben 2011 beginnen. In Airbus-Kreisen ist von 450 Airbus-Maschinen die Rede. Details der Kooperation mit den russischen Konzerne MIG und Irkut müssten aber noch abgeklärt werden.

Über einen Zeitraum von 10 Jahren will Airbus russischen Unternehmen Aufträge im Wert von 900 Mill. Dollar erteilen. Airbus hatte bereits 2001 eine enge Zusammenarbeit mit der russischen Luftfahrtindustrie beschlossen. Damals war noch von einem Auftragswert von 800 Mill. Dollar die Rede.

Russlands Ambitionen gehen allerdings noch weiter. „Wir wollen einen Anteil von 10 Prozent am Bau des A320-Nachfolgers“, sagte Valery Bezverkhniy, Vorstand des russischen Irkut-Konzerns und kommissarischer Leiter der neu formierten russischen United Aviation Corp der „Financial Times Deutschland“. In dieser Holding hat der russische Staat die Flugzeughersteller des Landes gebündelt. „Wir sollten bis Jahresende zu einer Einigung über den Risiko- und Umsatzanteil kommen.“

Nach den Vorstellungen Bezverkhniys würde sich Irkut auch an den Entwicklungskosten für den Nachfolger des meistverkauften Airbus-Modells beteiligen, das voraussichtlich 2012 auf den Markt kommt. Ein Mitarbeiter von EADS bestätigte der Zeitung die Absicht, Russland am Bau neuer Airbus-Modelle zu beteiligen.

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