Vertragsauflösung
Conergy sucht schnelle Einigung mit MEMC

Conergy fürchtet um seine Wettbewerbsfähigkeit. Im Jahr 2007 hatte der Solarkonzern mit dem US-amerikanischen Waferproduzenten MEMC einen Liefervertrag in Milliardenhöhe abgeschlossen. Ein Deal mit schlechten Konditionen, den die Conergy-Manager gerne rückgängig machen würden. Sie hoffen auf eine schnelle Einigung.

HAMBURG. Der Solarkonzern Conergy strebt eine gütliche Einigung mit seinem früheren Lieferanten MEMC über die Auflösung eines Milliardenvertrags an. Beide Unternehmen haben Gespräche aufgenommen. Der Prozess vor einem US-Gericht soll damit schnell zu einem Ende geführt werden. In der kommenden Woche sind mehrere Treffen von Vertretern beider Unternehmen geplant, die von einer unabhängigen Schiedsperson begleitet werden sollen. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

Conergy und der US-amerikanische Waferproduzent MEMC hatten im Jahr 2007 einen Vertrag über die Lieferung von Silizium im Wert von bis zu vier Mrd. Dollar geschlossen. Der Rohstoff sollte in der Fabrik in Frankfurt an der Oder zu Solarzellen verarbeitet, die dann in Module eingebaut werden.

Das Hamburger Unternehmen betrachtet den Vertrag mit MEMC mittlerweile aber als unwirksam und begründet dies mit wettbewerbsbehindernden Vertragsklauseln. Conergy hatte daher im Frühjahr Klage vor einem New Yorker Bezirksgericht eingereicht. Die in dem Vertrag vereinbarten Zahlungen stellte Conergy-Chef Dieter Ammer ein.

Für Conergy, den einst größten Solarkonzern Europas, ist der Ausgang des Verfahrens von elementarer Bedeutung. Denn die im Vertrag fixierten Preise für den Rohstoff Silizium - der zu Solarzellen verarbeitet werden - liegen deutlich über dem aktuellen Marktniveau. Ein rentabler Betrieb der Fabrik wäre damit nicht möglich. Zudem darf Conergy nicht in Konkurrenz zu MEMC treten.

In einer ersten Einschätzung hatte das Gericht der Klage zumindest in Teilen eine Grundlage bescheinigt, die Erfolgsaussichten waren damit deutlich gestiegen. Conergy habe überzeugend dargelegt, dass die Gesellschaft durch den MEMC-Vertrag in ihrer Wettbewerbsfähigkeit behindert wurde, heißt es in der Stellungnahme.

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