Vertragsverlängerung
Thyssen-Krupp-Chef Schulz bleibt bis 2011

Thyssen-Krupp -Chef Ekkehard Schulz soll für weitere zwei Jahre an der Spitze des größten deutschen Stahlkonzerns stehen und den Konzern in das kommende Jahrzehnt führen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr gab Schulz einen Ergebnisrückgang bekannt.

HB BOCHUM. Der 66-jährige Manager kündigte am Freitag vor der Hauptversammlung in Bochum eine Fortsetzung des eingeschlagenen Wachstumskurses auch in einem schwieriger gewordenen weltwirtschaftlichen Umfeld an. "Risiken können sich aus der Entwicklung der Wechselkurse, insbesondere der Euro-Dollar-Relation, sowie der Energie- und Rohstoffkosten ergeben", sagte Schulz.

Der Aufsichtsrat des Konzerns hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, den Vertrag des Konzernchefs bis Ende Januar 2011 zu verlängern. Ein entsprechender Beschluss stehe in den kommenden Tagen bevor, kündigte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme an. Der derzeit laufende Vertrag von Schulz endet im Januar 2009. Aktionärssprecher und die Börse begrüßten die angekündigte Vertragsverlängerung.

Nach der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999 hatte Schulz zunächst zusammen mit Cromme an der Spitze des Unternehmens gestanden. Im Oktober 2001 hatte er dann die alleinige Führung des Konzerns übernommen, der im zurückliegenden Geschäftsjahr 2006/07 (30.9.) unter seiner Leitung mit einem Vorsteuer-Ergebnis von 3,8 Mrd. Euro einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte erzielen konnte. Das Ergebnis war jedoch durch eine wegen Preisabsprachen von der EU-Kommission verhängte Strafe von 480 Mill. Euro auf 3,33 Mrd. Euro reduziert worden.

Für das angelaufene Geschäftsjahr hatte Schulz bereits bei der Bilanzvorlage im vergangenen Dezember einen Ergebnisrückgang auf einen Wert von "über drei Mrd. Euro" bei einem Umsatz von rund 53 Mrd. Euro angekündigt. "Uno, Weltbank und Weltwirtschaftsforum haben in den vergangenen Tagen vor einem drohenden Abschwung der Weltwirtschaft im Jahr 2008 gewarnt. Sollten diese Befürchtungen eintreten, hätte dies auch negative Auswirkungen auf unsere Aktivitäten", sagte Schulz am Freitag vor den Aktionären. Auch für das bevorstehende Geschäftsjahr 2008/2009 erwarte der Konzern jedoch weiter eine positive Entwicklung.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2007/08 (30.9.) war das Vorsteuerergebnis des Unternehmens bereits um rund 300 Mill. Euro zurückgegangen. Der Wert ging von 1,06 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf rund 700 Mill. Euro zurück. Thyssen -Krupp machte dafür unter anderem einen Ergebnisrückgang beim Edelstahl verantwortlich.

Mit dem Bau von neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA werde der Konzern weiter an der Umsetzung seiner "transatlantischen Wachstumspläne" in seinem größten Geschäftsfeld Stahl arbeiten, kündigte Schulz an. In seiner nun verlängerten Amtszeit will der Konzernchef nicht nur im Frühjahr kommenden Jahres das Werk in Brasilien in Betrieb nehmen, sondern auch 2010 das neue Stahlwerk im US-Bundesstaat Alabama. Geplant seien aber nicht nur Investitionen in Übersee, sondern auch ein Ausbau der deutschen Standorte. "Wir investieren ebenfalls in Deutschland", so Schulz.

Nach dem Baustart für die neue Hauptverwaltung des Konzerns in Essen werde die Arbeit an dem neuen Standort ab dem kommenden Jahr aufgenommen, kündigte Schulz an. Die Zahl der heute rund 2000 Thyssen-Krupp -Mitarbeiter in der Revierstadt werde sich dadurch nahezu verdoppeln. "Wir bekennen uns mit dem Umzug zur Region und zur Metropole Ruhr", sagte Schulz. Kennzeichen der Region seien Spitzenpositionen in den Bereichen Werkstoffe, IT, Medizintechnik und Dienstleistungen. Der Thyssen-Krupp -Konzern beschäftigt derzeit rund 191 000 Mitarbeiter, davon knapp 85 000 in Deutschland.

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