Vertragsverlängerung
Winterkorn soll auf Jahre Volkswagen-Chef bleiben

Volkswagen fährt mit Martin Winterkorn in die Zukunft. Einem Medienbericht nach wird der Aufsichtsrat den Vertrag des VW-Chefs, der Ende 2011 ausläuft, um weitere fünf Jahre verlängern. Winterkorn soll noch einige schwierige Aufgaben bewältigen.
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HB HAMBURG/WOLFSBURG. VW-Chef Martin Winterkorn soll den Weg von Europas größten Autohersteller an die Weltspitze deutlich länger vorantreiben als bisher bekannt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ haben sich die Aufsichtsräte jüngst darauf verständigt, Winterkorns Ende 2011 auslaufenden Vertrag Anfang des nächsten Jahres um fünf Jahre bis Ende 2016 zu verlängern. Die Volkswagen AG wollte den „Spiegel“-Bericht am Samstag nicht kommentieren. Der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh, der sich schon früher für eine Vertragsverlängerung für Winterkorn ausgesprochen hatte, wollte sich auf dpa-Anfrage nicht dazu äußern.

Volkswagen-Aufsichtsratchef Ferdinand Piëch hatte bereits im Oktober angekündigt, Winterkorns Vertrag verlängern zu wollen. Er selbst habe „erst mit über 70 Jahren die schwierigsten Aufgaben meines Lebens gelöst“, sagte Piëch in einem Zeitungsinterview.

Der 63-jährige Winterkorn ist seit Anfang 2007 VW-Chef und lenkte zuvor die VW-Tochter Audi. Er gilt als enger Vertrauter Piëchs. Dass Winterkorn bis über das übliche Rentenalter hinaus an der VW-Spitze bleibt, gilt seit längerem als ausgemachte Sache. Piëch wurde im Oktober mit Blick auf die Personalie Winterkorn mit den Worten zitiert, er habe früher seine Manager mit 65 in Pension geschickt, aber jetzt sei er schlauer.

Neu ist, dass Winterkorns Vertrag gleich um fünf Jahre bis über seinen 69. Geburtstag hinaus verlängert werden soll. Bislang war nur von drei oder vier Jahren die Rede. Nach dpa-Informationen aus Aufsichtsratskreisen wird das Kontrollgremium die Personalie im Januar beschließen.

Hintergrund sind die ambitionierten Pläne von Volkswagen. Derzeit muss vor allem die Integration des Sportwagenbauers Porsche in den Konzernverbund vorangetrieben werden. Außerdem sind neue Fabriken in China, den USA und Indien geplant. Zudem strebt VW bis 2018 an die Weltspitze. Bislang sind die Wolfsburger Nummer drei hinter dem zuletzt schwächelnden japanischen Autobauer Toyota und dem erst vor kurzem neu an der Börse gestarteten US-Autoriesen General Motors. Toyota abzulösen, hatte Winterkorn unlängst als „Kraftakt“ bezeichnet. Sämtliche Pläne seien „keine Selbstläufer“.

Volkswagen will bis 2018 mehr als zehn Millionen Fahrzeuge verkaufen. Toyota lag 2009 bei 7,8 Millionen Stück, VW bei 6,3 Millionen. VW hatte vergangene Woche ein gigantisches Investitionsprogramm von 51,6 Milliarden Euro in Produktion und neue Modelle aufgelegt, um Toyota auf den Fersen bleiben zu können. Toyota musste in den vergangenen Monaten mehrere Millionen Autos in die Werkstätten rufen, um Qualitätsprobleme zu beheben.

Mit den Oktober-Ergebnissen liegt Volkswagen nur noch knapp hinter dem Rivalen: Der VW-Konzern lieferte im vergangenen Monat 612 200 Autos aus, etwa ein Zehntel mehr. In den ersten zehn Monaten des Jahres kam VW auf 5,98 Millionen Fahrzeuge. Toyota liegt bei 7,15 Millionen. VW hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, im laufenden Jahr erstmals die Sieben-Millionen-Marke zu knacken.

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