Vertriebspartner sieht in Ostdeutschland großes Potenzial
Freixenet greift Rotkäppchen an

Die spanische Sektkellerei Freixenet will in diesem Jahr vor allem auf ihrem größten Auslandsmarkt Deutschland wieder zulegen. „Derzeit verkaufen wir in Deutschland zwischen 35 und 40 Millionen Flaschen im Jahr, in 2005 wollen wir uns um drei Millionen steigern“, sagte Präsident Josep Lluís Bonet Ferrer im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Hb/scm MADRID. Das Unternehmen will unter anderem die erfolgreiche ostdeutsche Marke Rotkäppchen angreifen. „Wir denken bereits seit Jahren darüber nach, im Osten, wo wir nur einen Marktanteil von fünf Prozent haben, eine große Werbe- und Marketingkampagne zu fahren. Das wollen wir jetzt endlich wahr machen“, kündigt der Freixenet-Chef an.

Freixenet ist einer der weltweit führenden Anbieter von Sekt – in Spanien Cava genannt. Der Konzern exportiert in rund 130 Länder und erwirtschaftet 70 Prozent des Umsatzes außerhalb Spaniens. Australien und Argentinien gehören zu wichtigen Weinanbaugebieten der Kellerei.

Der hohe Exportanteil hat seine Schattenseiten: „2004 war kein gutes Jahr für uns“, blickt Bonet Ferrer zurück. „Der hochbewertete Euro hat uns geschadet.“ Die Einnahmen gingen im vergangenen Geschäftsjahr um knapp fünf Prozent auf 511 Mill. Euro zurück, obwohl der Flaschenverkauf um rund fünf Mill. auf 202 Mill. stieg. Der Nettogewinn sank von knapp 22 Mill. auf 20 Mill. Euro zurück.

Freixenet verkauft in Deutschland inzwischen erfolgreich auch Rot-, Weiß- und Roséweine mittlerer Qualität und sieht auch beim Sekt noch Wachstumschancen. Die Zahlen zum deutschen Markt geben ein anderes Bild: Tranken die Deutschen 1993 noch mehr als fünf Liter Sekt pro Kopf ist es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes heute ein Liter weniger. Deswegen muss Bonet Ferrer stärker als bisher um seine Kunden kämpfen.

Bonet Ferrer, gelernter Ökonom und einer der zahlreichen Eigentümer von Freixenet, ist sich der harten Konkurrenz in Deutschland bewusst. „Zu schaffen macht uns vor allem der wachsende Erfolg der ostdeutschen Marke Rotkäppchen“, sagt der gebürtige Katalane. War diese zunächst nur in der ehemaligen DDR angesagt, gewinnt die Sektmarke nun auch immer mehr Anhänger im Westen Deutschlands. Hier legte Rotkäppchen 2004 nach Angaben des Geschäftsführers Gunter Heise rund 30 Prozent zu.

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