Verwaltungen sollen gestrafft werden
Henkel streicht 3000 Stellen

Der Konsumgüterkonzern Henkel wappnet sich mit einem drastischen Sparprogramm für den sich verschärfenden globalen Wettbewerb.

HB DÜSSELDORF. Durch die Kostenkürzungen sollen bis 2006 etwa 3000 der derzeit rund 50 800 Stellen weltweit wegfallen. Auch Deutschland werde davon betroffen sein, sagte Henkel-Chef Ulrich Lehner der Nachrichtenagentur Reuters. An den Ertrags- und Umsatzplanungen bis 2004 hält er fest, das Erreichen der bis 2008 gesteckten Langfrist-Ziele soll durch das Programm erleichtert werden.

„Wir wollen in einer Phase, in der es gut geht, Optimierungsmaßnahmen für die Zukunft angehen“, begründete Lehner das neue Programm. Die Sparmaßnahmen bringen zusätzliche Restrukturierungskosten für die Jahre 2004 bis 2006 mit sich, die sich auf ein Volumen von rund 400 Millionen Euro belaufen. Umbauarbeiten sind dabei vor allem innerhalb der Henkel-Sparten vorgesehen, ganze Bereiche sollen nicht zusammengelegt werden, kündigte er an. Die Kosten der Restrukturierung sollen bereits 2004 voll wirksam werden: „Wir werden jetzt mit der Beschlußfassung eine Rückstellung von 400 Millionen Euro für das Programm im Jahr 2004 in die Bilanz einstellen“, sagte Lehner.

Die Summe soll allerdings kein Loch in die Henkel-Bücher reißen, denn Lehner kann durch ein Tauschgeschäft mit dem US-Hersteller Clorox auf einen Sondergewinn von 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro zurückgreifen. „Damit verbleibt ein Sonderertrag von 1,4 Milliarden“, betonte Lehner. In Zukunft soll durch das Programm aber der Gewinn steigen: Ab 2007 wolle der Konzern jährlich rund 125 Millionen Euro einsparen.

Der durch Marken wie Persil oder Pritt bekannte Konzern hatte sein Tauschgeschäft mit Clorox in dieser Woche abgeschlossen. Der Konsumgüterriese hatte im Zuge des Geschäfts seine Beteiligung an Clorox in Höhe von 28,8 Prozent an den US- Produzenten abgegeben. Im Gegenzug erhielt Henkel ein Tochterunternehmen von Clorox, das eine Kombination aus operativen Geschäften im Bereich Reiniger und Insektizide, der Clorox-Beteiligung an der Henkel Iberica und Barmittel in Höhe von rund 2,1 Milliarden Dollar halten wird.

Analysten begrüßten das Sparprogramm. Sal Oppenheim-Expertin Petra Meyer sagte, das Programm werde die Wettbewerbsposition Henkels stärken. Zudem habe Henkel Bewegungsspielraum für das Programm. Die Henkel-Stammaktien legten am Abend um 0,84 Prozent auf 60,00 Euro zu.

Seite 1:

Henkel streicht 3000 Stellen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%