Verwaltungsrat gibt grünes Licht
GM spricht mit Konkurrenten über Allianz

Der Verwaltungsrat von General Motors hat Sondierungsgesprächen mit Renault und Nissan über eine mögliche Allianz zugestimmt. Das Gremium autorisierte das Management, den Vorschlag zu prüfen und „die möglichen Vorteile abzuwägen“. Vorrangig sei jedoch etwas anderes, teilte der angeschlagene Branchenprimus mit.

HB DETROIT. Die GM-Führungsriege unter Unternehmenschef Rick Wagoner hat nun grünes Licht für Gespräche über eine mögliche Allianz. Wie die Opel-Mutter am Freitag in Detroit weiter mitteilte, hat sich das Aufsichtsgremium zugleich aber voll hinter den Umstrukturierungsplan für Nordamerika gestellt, den Wagoner vorantreibt. GM-Aktionär Kirk Kerkorian, der über seine Investmentfirma Tracinda knapp zehn Prozent der GM-Aktien hält, hatte eine Allianz mit Renault und Nissan vorgeschlagen. Die Verwaltungsräte von Renault und Nissan hatten solche Diskussionen mit GM bereits gebilligt. In Paris teilte Renault am Abend mit, dass jetzt alle Bedingungen gegeben seien, „Sondierungsgespräche“ zu beginnen.

„Wir wollen offen in die Gespräche mit den Führungsspitzen von Renault und Nissan gehen“, sagte GM-Chef Wagoner. „Angesichts der Komplexität einer möglichen Beziehung muss man vorsichtig die Chancen abwägen, bevor man eine Entscheidung trifft.“ Vorrangig sei der Umstrukturierungsplan für Nordamerika, teilte GM mit. Der Kurs der GM-Aktie stieg nach der Mitteilung um 1,8 Prozent auf 29,73 Dollar.

Allianz würde neue Dimension erreichen

Eine Allianz zwischen dem weltgrößten Autohersteller GM, dem französischen Autohersteller Renault und der japanischen Nissan-Gruppe würde einen Verbund von Autofirmen mit einem globalen Autoabsatz von 15 Mill. Autos und einem Marktanteil von rund 15 Prozent bedeuten. Ob und in welcher Form es dazu kommen wird, ist jedoch nach Ansicht amerikanischer Autoexperten völlig offen.

Wagoner hatte nach dem Allianzvorschlag mit Renault und Nissan nach eigenen Angaben sofort Renault-Chef Carlos Ghosn kontaktiert. Ghosn, einer der erfolgreichsten internationalen Automanager, ist gleichzeitig Renault- und Nissan-Konzernchef. Wagoner und Ghosn vereinbarten nach Angaben des GM-Konzernchefs Gespräche zu einem passenden Zeitpunkt. Angeblich soll das am 14. Juli sein.

„Wir erhalten periodisch interessante Vorschläge, und wir schulden es dem Unternehmen und den Aktionären herauszufinden wie sie funktionieren würden“, erklärte Wagoner. Potenzielle Vorteile und Probleme müssten objektiv abgewogen werden. Der Verwaltungsrat forderte das GM-Management gleichzeitig auf, seine Bemühungen im Zusammenhang mit der Insolvenz des Zubehöranbieters Delphi in befriedigender Form abzuschließen.

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