Verwirrspiel
Oleg Deripaska hat größere Sorgen als Opel

Opel und der Oligarch, deutsche Autos und ein russischer Milliardär - was für eine schöne Geschichte. Fragt sich nur, ob das russisch/deutsche Automärchen stimmt. Denn dass Oleg Deripaska als Investor im Verbund mit dem Zulieferer Magna beim Autobauer Opel an Bord geht, sorgt nicht nur in Moskau für Verwirrung. Denn da gibt es einen großen Haken.

MOSKAU/HAMBURG. Ist er nun dabei oder nicht? Oleg Deripaska, lange Zeit nach der Liste des US-Magazins Forbes der reichste Russe. Herr über ein weit verzweigtes Firmenimperium. Mit engen Drähten zu Russlands starkem Mann - Regierungschef Wladimir Putin. Und vor allem: als Eigentümer des Autokonzerns GAZ einer der großen Spieler in der russischen Autoindustrie. Wie ein Joker steckt er, der ehemalige Großaktionär beim österreichisch-kanadischen Autozulieferer, in den Karten der Magna-Manager, die einen Einstieg bei Opel wollen und nun für ihr Konzept trommeln. Das enthält vor allem eine Verheißung: den russischen Automarkt.

Es klingt einfach gut. Vor der Krise hatte Russland die Fantasien der internationalen Autohersteller befeuert, war auf dem Weg, Deutschland den Rang als größter Markt Europas abzulaufen. Jetzt bricht der Verkauf zwar um mehr als die Hälfte ein, wenn jedoch die Rohstoffpreise wieder anziehen, dann kommen sicher auch die russischen Käufer wieder. Und die sehen im Opel-Blitz nicht so sehr das abgewirtschaftete Image als gute deutsche Wertarbeit.

Oleg und Opel - die Story klingt gut und ging schnell in die Welt, aus Deutschland nach Österreich und Kanada, Konzernsitze von Magna, wieder zurück nach Deutschland in Aufsichtsrats- und Gewerkschaftskreise. Schließlich klingeln bei den großen Beratungsfirmen und Banken in Moskau die Telefone: Stimmt das?

Denn die Sache mit Oleg hat einen Haken - der Mann selbst lässt standhaft sein Interesse an Opel dementieren. Aus gutem Grund: Sein Nimbus ist gewaltig angegriffen. Der ehemals märchenhaft Reiche steckt in schwierigen Verhandlungen mit ausländischen und russischen Gläubigern.

Es geht um die Restrukturierung von mindestens 15 Mrd. Dollar Schulden. Kreml und Regierung haben ihm klar gemacht, dass er sein auf wackeligen Krediten aufgebautes Imperium gefälligst selbst retten soll. Die Autosparte Gaz ist obendrein pleite.

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