Veto der Kartellwächter droht
Vossloh kommt bei Pfleiderer wohl doch nicht zum Zug

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh kann voraussichtlich doch nicht die Bahnschwellen-Sparte von Pfleiderer übernehmen. Die Transaktion droht nämlich am Veto der Kartellwächter zu scheitern. Der Holzverarbeiter Pfleiderer will daher die Verkaufsverhandlungen mit anderen Interessenten wiederbeleben.

HB FRANKFURT. Das Bundeskartellamt habe den Beteiligten den Entwurf einer Untersagungsverfügung zu der Transaktion angekündigt, teilte Vossloh am Donnerstagabend mit. Damit sei ein zeitnaher Abschluss des Geschäfts nicht mehr zu erwarten. Beide Firmen sähen aber noch die Möglichkeit, die Bedenken der Wettbewerbshüter durch Zusagen auszuräumen.

Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh wollte den Anfang August vereinbarten Kauf des Pfleiderer-Bereichs Track Systems bis Jahresende unter Dach und Fach bringen. Das Bundeskartellamt hatte zuletzt angekündigt, die bereits eingeleitete detaillierte Prüfung der Pläne nochmals um zwei Monate bis März 2006 zu verlängern.

Vossloh hatte sich von dem Zukauf einen deutlichen Wachstumsimpuls im kommenden Jahr versprochen. Für 2006 rechnet der Konzern mit Sitz im nordrhein-westfälischen Werdohl bislang mit einem Umsatzplus auf 1,14 Mrd. Euro von erwarteten rund eine Milliarde Euro in diesem Jahr. Dazu sollte die Bahnschwellensparte von Pfleiderer 105 Mill. Euro beitragen. Ein Scheitern der Übernahme wäre für Vossloh ein weiterer Schlag binnen kurzer Zeit nach dem überraschenden Rücktritt des langjährigen Vorstandschefs Burkhard Schuchmann vor zwei Wochen.

Pfleiderer baut auf den Verkaufserlös, um damit den Zukauf des schwäbischen Laminatbodenherstellers Kunz zu finanzieren. Der bayerische Holzverarbeiter drängt nun auf Verhandlungen mit anderen Interessenten für seine Bahnschwellensparte. „Die Pfleiderer AG nimmt ab Januar 2006 die Gespräche mit potenziellen Käufern, die zwischenzeitlich geruht haben, wieder auf“, kündigte das Unternehmen an und ergänzte: „Der Geschäftsbereich Track Systems hat im laufenden Geschäftsjahr operative Ergebnisse erwirtschaftet, die deutlich über den Erwartungen lagen.“

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