Viagra-Konkurrenz Levitra und Cialis mit gutem Start
Potenzmittel finden immer mehr Liebhaber

Gleich von zwei Seiten hat Pfizers Kassenschlager Viagra Konkurrenz bekommen: Cialis und Levitra heißen die neuen Konkurrenten auf dem europäischen Markt. Beide Herausforderer arbeiten mit der gleichen Art von Wirkstoffen wie der Klassiker Viagra.

FRANKFURT/M. Sehr verschieden ist jedoch ihr Erfolg bei der Kundschaft: Während Cialis, die von den US-Firmen Icos und Eli Lilly vermarktete so genannte „Weekend“-Pille, sich binnen Wochen einen satten Marktanteil sicherte, tut sich Bayers Neuentwicklung Levitra schwerer.

Lukrativ ist das Geschäft mit Potenzmitteln angesichts der hohen Wachstumsraten allemal. In Deutschland ist die Zahl der Anwender um 50 % gestiegen, seit die neue Konkurrenz das Geschäft belebt. Und obwohl die Kassen die Kosten nur in Ausnahmefällen übernehmen, wird die Konkurrenz offenbar nicht über den Preis ausgefochten. Die Viererpackung kostet bei allen rund etwa 48 Euro.

Nur fünf Monate nach ihrem Verkaufsstart stellt Cialis fast jede dritte in Deutschland verordnete Potenzpille. „Der Blitzstart in Deutschland ist repräsentativ für den weltweiten Vermarktungserfolg von Cialis“, sagt Robert Brown, Director Global Sales und Marketing für Cialis bei Eli Lilly. Der Grund: Während Viagra und Levitra nur bis zu fünf Stunden wirken, sei bis zu 24 Stunden nach der Einnahme von Cialis noch eine Erektion möglich. Das komme einem spontanen Sexualleben näher, weil der Patient die Einnahme nicht so genau planen müsse.

Pfizer, der weltgrößte Pharmakonzern, hat in den vergangenen fünf Jahren knapp 6,5 Mrd. $ mit seinem Quasi-Monopol auf Potenzmittel der Viagra-Wirkstoffgruppe verdient. Vom Markterfolg des neuen Konkurrenten lassen sich die Amerikaner keineswegs entmutigen. „Einige Patienten wechseln aus Neugier und kommen doch auf Viagra zurück“, sagt Walter Köbele, Chef von Pfizer Deutschland. Auf lange Sicht hofft Pfizer sogar davon zu profitieren, dass nun auch die Konkurrenten die Gesellschaft für das Problem erektile Dysfunktion (ED) zu sensibilisieren suchen.

Von den rund fünf Millionen Männern, die in Deutschland unter einer ED leiden, werden Köbele zufolge derzeit nur 1,5 Millionen behandelt. Weil die Newcomer ihr Geschäft in erster Linie mit Erstpatienten machten, sei der Viagra-Absatz einigermaßen stabil geblieben. Laut Marktforscher IMS Health behauptete der Platzhirsch Viagra mit knapp der Hälfte aller Verordnungen seine Marktführerschaft in Deutschland.

In der Leverkusener Konzernzentrale von Bayer ist man mit der Einführung des gemeinsam mit dem britischen Pharmariesen Glaxo Smith Kline vermarkteten Levitra zufrieden. Gemessen an Cialis entwickelten sich die Verkaufszahlen in den ersten Monaten zwar verhalten, doch mit einem Anteil von 13 % hat sich die Neuentwicklung bereits als feste Größe auf dem deutschen Markt für verschreibungspflichtige Potenzmittel etabliert.

In den USA, wo Pfizer zufolge rund zwei Drittel der weltweit 21 Millionen Viagra-Anwender leben, stehen die Konkurrenten noch in der Warteschleife. Sowohl für Cialis als auch für Levitra hoffen die Hersteller auf grünes Licht von der Zulassungsbehörde FDA in der zweiten Jahreshälfte. Bisher sind beide Präparate nach Unternehmensangaben in mehr als 30 Ländern zugelassen.

Quelle: Handelsblatt

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