Viele Exportaufträge
Deutsche Industrie mit kleinem Auftragszuwachs

Die Nachfrage bei der deutschen Industrie legt im September um 0,8 Prozent zu. Dabei steigen die Exportaufträge deutlich, die Inlandsaufträge schrumpfen. Ökonomen zufolge wächst die deutsche Wirtschaft nur langsam.
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BerlinDie deutsche Industrie erholt sich nur langsam vom stärksten Auftragseinbruch seit der Finanzkrise. Die Bestellungen stiegen im September dank der anziehenden Nachfrage aus dem Ausland um 0,8 Prozent zum Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Ökonomen hatten ein Plus von 2,3 Prozent erwartet. Allerdings fiel der Rückgang im August mit revidiert 4,2 (bisher: 5,7) Prozent deutlich geringer aus als zunächst gemeldet. Dennoch blieb dies das größte Minus seit Anfang 2009, als die Finanzkrise die Weltwirtschaft in die Rezession stürzte.

„Die Verunsicherung durch die geopolitischen Konflikte und die schwache Konjunktur im Euroraum belasten weiterhin die Industriekonjunktur“, erklärte das Ministerium. Auch der späte Zeitpunkt der Ferien dürfte erneut gedämpft haben. Im gesamten dritten Quartal stieg die Nachfrage so nur minimal um 0,1 Prozent zum Vorquartal.

Die Bestellungen aus dem Ausland legten im September um 3,7 Prozent zu. „Die robust wachsenden USA verhindert derzeit das Schlimmste“, sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die Inlandsaufträge schrumpften hingegen um 2,8 Prozent. „Es ist zu vermuten, dass die Russland-Sanktionen die deutschen Unternehmen stark verunsichern“, sagte Gitzel.

Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft für das dritte Quartal bestenfalls ein Mini-Wachstum zu. „Auch für das vierte Quartal nicht mit einem nennenswerten Plus zu rechnen“, sagte Commerzbank-Experte Marco Wagner angesichts der mauen Auftragslage. Mit einer Krise rechnen aber die wenigsten Experten. „Es gibt aktuell keine wirklich belastbaren Hinweise auf einen Konjunktureinbruch“, sagte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. „Von dem Rezessionsgerede sollte man sich nicht verunsichern lassen.“ Das Statistische Bundesamt veröffentlicht kommende Woche seine erste Schätzung zum Abschneiden der deutschen Wirtschaft von Juli bis September.

Besonders deutlich erhöhte sich die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen. Hier gab es ein Plus von 1,3 Prozent. Die Bestellungen von Konsumgütern nahmen dagegen um 1,4 Prozent ab, während die für Vorleistungsgütern wie Chemikalien um 0,8 Prozent wuchsen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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