Viele Hürden auf dem Weg zu ungefährlichem Pattex
Henkel ist beim Umweltschutz beharrlich

Das erste phosphatfreie Waschmittel sei ein „Meilenstein der ökologisch und sozial verantwortlichen Produktentwicklung“, urteilt die Umweltschutzorganisation Worldwide Fund for Nature (WWF). Das Lob gilt Konsumgüterkonzern Henkel, der des Waschmittel 1983 auf den Markt brachte. Er hatte sich vor mehr als zehn Jahren zum Ziel gesetzt, „Öko-Leader“ zu sein, also weniger schädliche Produkte zu entwickeln als die Konkurrenz.

DÜSSELDORF. Ohne umweltorientierte Innovationen seien manche Produkte nicht mehr abzusetzen und hätte man nicht diese führende Marktstellung, sagen die Düsseldorfer heute. „Pritt wird gekauft, weil er lösemittelfrei ist.“ Wie Ökonomie, Ökologie und Soziales bei dem Markenartikler Hand in Hand gehen, welche Hindernisse auftauchen und dass Mut nötig ist, zeigt das Beispiel des Kontaktklebers Pattex. Anfang 1990 wurde sich der Konzern eines Problems bei lösemittelhaltigen Klebstoffen in Lateinamerika bewusst: sozial schwache Kinder schnüffelten sie wie eine Droge.

„Das gefiel uns gar nicht und war der Anstoß, die Rauschwirkung des Klebers zu beseitigen und groß angelegt zu lösemittelfreien Klebestoffen zu forschen“, sagt Wolfgang Gawrisch, Leiter Forschung und Technologie sowie Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrates.

Es stellte sich heraus, dass im Lösemittelgemisch nur das billige, angenehm duftende Toluol schädlich war. Nun hieß es, ohne großen Marktverlust Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung, also soziale Nachhaltigkeit zu vereinen. Henkel entwickelte lösemittelfreie und lösemittelhaltige, Toluol-freie Kleber. Die umweltfreundlichere Alternative, lösemittelfreie wasserbasierte Klebstoffe einzuführen, misslang völlig. Lange Trocknungszeit und geringere Anfangshaftung des Produkts missfielen den Anwendern in Mittelamerika. Der Absatzeinbruch ab 1994 war so dramatisch, dass Henkel sich zwei Jahre später aus den Märkten zurück zog. Lokale Anbieter verwenden bis heute Toluol.

Gänzlich lösemittelfreien Pattex-Kleber brachte Henkel zwar schon vor 25 Jahren in Deutschland und später in europäischen Ländern und Chile auf den Markt. Was Umweltschützer freut, fristet aber wegen der Produkteigenschaften mit Marktanteilen von 3 bis 5 % nur ein Nischendasein. Selbst Marktführer können ethische Grundsätze nicht unendlich ausspielen. Henkel bleibt aber beharrlich. „Unser langfristiges Ziel ist, möglichst alle Konsumentenkleber lösemittelfrei herzustellen“, sagt der Leiter Produktentwicklung Klebstoffe Wolfgang Klauck.

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