Vier Bieter für 25-Prozent-Beteiligung
Bericht über Milliardenangebot für Evonik-Anteil

Vier Bieter, ein Anteil: Kreisen zufolge bieten die Finanzinvestoren Blackstone, KKR, Bain Capital und CVC jeweils eine Summe von zwei Mrd. Euro für die zum Verkauf stehende, 25-prozentige Beteiligung an dem Mischkonzern Evonik. Wer letztendlich den Zuschlag bekommt, hängt aber nicht nur vom Preis ab.

HB FRANKFURT. Der RAG-Stiftung liegen Kreisen zufolge vier Gebote von Finanzinvestoren über je rund zwei Milliarden Euro für einen Einstieg beim Mischkonzern Evonik vor. Die ausgewählten Bieter für die zum Verkauf stehende 25-prozentige Beteiligung seien Blackstone, KKR, Bain Capital und CVC, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch. Im April und Mai würden nun die Bücher von Evonik geprüft. Verbindliche Angebote seien im Mai und Juni zu erwarten. Sprecher der Stiftung, von KKR, Blackstone und CVC lehnten eine Stellungnahme ab. Bei Bain war niemand zu erreichen.

"Die unverbindlichen Gebote liegen knapp über oder knapp unter zwei Milliarden Euro", hieß es in den Kreisen. Das würde den Mischkonzern mit acht Milliarden Euro bewerten, was in Branchenkreisen für vergleichsweise hoch gehalten wird. Wer den Zuschlag bekomme, hänge aber nicht nur vom Preis ab. Wichtig sei für die Stiftung als Eigentümer von Evonik auch die langfristige Orientierung des Investors und dessen Erfahrung in der Chemie- und Energiebranche. Zudem müsse er offen für einen späteren Börsengang sein.

Die Stiftung hatte ihre Pläne für einen Börsengang von Evonik wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten am Dienstag auf Eis gelegt. Bei einer Verbesserung der Marktlage sollen die Vorbereitungen hierfür aber zügig wieder aufgenommen werden. Die Stiftung wollte Evonik mit den Sparten Immobilien, Energie und Chemie eigentlich im ersten Halbjahr 2008 an die Börse bringen. Die erwarteten Milliardeneinnahmen sollten die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus decken. Parallel zu den Vorbereitungen suchte die Stiftung aber bereits nach einem Investor.

Ursprünglich hatten mehr als zehn Beteiligungsfirmen Interesse an Evonik angemeldet. Einige Finanzinvestoren hätten sich zurückgezogen, weil sie mit 25 Prozent zu wenig Einfluss auf das Management ausüben könnten, hieß es in Branchenkreisen. Zudem sei es wegen der Finanzkrise derzeit sehr schwierig, eine attraktive Finanzierung für einen Milliardendeal zu stemmen. Abgeschreckt haben dürfte auch, dass die Stiftung langfristig mehr als 25 Prozent an Evonik halten will, um mit dieser Sperrminorität eine Zerlegung des Unternehmens zu verhindern.

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