Vier Fragen an: Matthias Kampshoff
„Bankeneinstieg würde Luft verschaffen“

Matthias Kampshoff, Partner der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing, spricht im Handelsblatt-Interview über die Vorteile der Umwandlung von Bankschulden in Schaeffler-Anteile, ein steuerpflichtiges Sanierungsprogramm sowie die Folgen einer Bankbeteiligung für Conti.

Handelsblatt: Welche Vorteile hätte die Umwandlung von Bankschulden in Anteile an Schaeffler?

Matthias Kampshoff: Ein solcher Debt-Equity-Swap würde Schaeffler finanziell Luft verschaffen, weil er die Verbindlichkeiten reduziert und die Liquidität durch ein Absinken des Schuldendienstes schont. Eine Übernahme der Conti-Anteile allein würde die Schuldenlast von Schaeffler dagegen voraussichtlich nur in geringerem Umfang reduzieren.

Welche Nachteile könnte der Schritt für Schaeffler haben?

Schaeffler muss das Steuerthema lösen. Durch den Debt-Equity-Swap entsteht ein steuerpflichtiger Sanierungsgewinn. Das Unternehmen müsste mit den Finanzbehörden eine Steuerbefreiung aushandeln. Aufgrund widerstreitender Urteile aus München und Köln und fehlender Klärung des Bundesfinanzhofes ist die Rechtslage aber unübersichtlich.

Wie sieht der Fahrplan zu einer Beteiligung der Banken aus?

Bei einer Einigung zwischen den Banken und Schaeffler müssen die eingeschalteten Wirtschaftsprüfer die Bewertung des Unternehmens Schaeffler und der Forderungen der Banken zusammen mit einem Sanierungskonzept vorlegen. Entscheidend sind dann die begleitenden Gespräche mit den Finanzbehörden über ein Aussetzen der Steuer. Bei Schaeffler ist da offenbar bereits viel Vorarbeit erfolgt. Die Umwandlung selbst dürfte dann relativ schnell gehen.

Welche Folge hätte das für Conti?

Für Conti wäre die Umwandlung neutral. Bei einer Verschmelzung der Autozulieferbereiche wäre die auf Conti übertragene Schuldenlast zumindest geringer. Die Banken hätten Zugriff auf Schaefflers Conti-Aktien.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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