Vier Großbrauereien kündigen Mitgliedschaft
Brauer-Bund droht die Spaltung

Vier deutsche Großbrauereien haben ihre Mitgliedschaft im Deutschen Brauer-Bund (DBB) ganz oder teilweise gekündigt. Dies bestätigte Peter Hahn, Hauptgeschäftsführer des Verbandes dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Hahn zeigte sich unter Hinweis auf eine heute anstehende Präsidiumssitzung des Brauer-Bundes jedoch optimistisch, die vier Rebellen wieder zurück ins Boot zu holen. Brancheninsider befürchten allerdings bei einer Eskalation des Streits eine Spaltung des Verbandes.

Neben den drei größten deutschen Privatbrauereien, Krombacher, Bitburger und Warsteiner, hat auch die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger-Gruppe für ihre Brauereien DAB und Binding/Henninger den Austritt zum 1. Januar 2005 aus den jeweils zuständigen Regionalverbänden des Brauer-Bundes erklärt.

Ein Grund liegt offenbar in der derzeit gültigen Beitragsstruktur des Branchenverbandes. „Durch die direkte Anbindung an das Hektolitervolumen kam es in den letzten Jahren zu einer unverhältnismäßig hohen Steigerung der Mitgliedsbeiträge“, sagt Franz-Josef Weihrauch, Sprecher der Krombacher Brauerei.

Die Inhaber der Krombacher Brauerei sehen sich durch die Ereignisse des letzten Jahres doppelt getroffen. Zwar konnte Krombacher Pils mit einem Ausstoß von rund 5 Mill. Hektolitern seine Position als Nummer eins unter den deutschen Bieren festigen. Doch missfällt Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg die Politik des Brauer-Bundes gegen das von Bundesumweltminister Trittin im vergangenen Jahr eingeführte Einwegpfand.

Als mehrweg-orientierte Privatbrauerei hatte gerade Krombacher im vergangenen Jahr über die Maßen von der erheblich gestiegenen Nachfrage nach Bier in Pfandflaschen profitiert. Dazu ist die unerwünschte Lobby–Arbeit auch noch teuer: Allein Krombacher muss in diesem Jahr Beiträge in Höhe von rund einer Viertelmillion Euro an den Verband überweisen. Für die rebellierenden Brauereien ist der Austritt aber noch keinesfalls endgültig. „Wir sind gesprächsbereit und an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert“, sagt der Krombacher-Sprecher.

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