Vier neue Typen
Airbus arbeitet am Limit

Der europäische Flugzeugbauer entwickelt gleich vier neue Typen parallel - darunter den Langstrecken-Jet A350. Airbus könnte sich übernehmen. Dem Boeing-Rivalen gehen schon die Ingenieure aus.

FRANKFURT. Wenn das Aufsichtsgremium des europäischen Flugzeugbauers Airbus am heutigen Donnerstag grünes Licht für den Bau der neuen Langstrecken-Version A350 gibt, wird nicht nur die Subventionsdebatte im Duell mit dem US-Erzrivalen Boeing wieder in den Brennpunkt rücken.

Unternehmenskenner stellen sich zunehmend die Frage, wie Airbus die zeitgerechte Auslieferung all seiner künftigen Flugzeugentwicklungen schaffen will. Ihrer Einschätzung zufolge arbeitet der Flugzeugbauer mit der parallelen Entwicklung von vier Modellen derzeit an seiner Kapazitätsgrenze – wenn nicht gar darüber.

Das Mammutprogramm

A380: Die Produktion des doppelstöckigen Riesen-Airbus hat schon jetzt sechs Monate Verzögerung. Geplante Erstauslieferung: verschoben auf Dezember 2006.

A380 F: Für die Frachtversion des Riesen-Airbus liegen unter anderem je zehn Bestellungen von den beiden US-Transportunternehmen UPS und Fed-Ex vor. Geplante Erstauslieferung: Juni 2008.

A400M: Verschiedene europäische Luftwaffen haben 180 Maschinen des neuen, militärischen Airbus-Transporters bestellt. Geplanter Erstflug: 2009.

A350: Der zweistrahlige Langstreckenjet für 200 bis 300 Passagiere soll nicht viel später auf den Markt kommen als das Konkurrenzmodell Boeing 787. Geplante Erstauslieferung: 2010.

„Die Verzögerungen beim Riesen-Airbus zeigen, dass die Kapazitäten schon jetzt sehr angespannt sind“, sagte ein langjähriger Airbus-Manager. Mitarbeiter von Airbus Deutschland berichten, die Zentrale in Toulouse habe bereits Hunderte von Mitarbeitern von Hamburg nach Frankreich beordert, um die Probleme mit der Kabinenausstattung der A380 schnellstmöglich in den Griff zu bekommen. Ein hochrangiger deutscher Luftfahrtmanager ist deshalb sicher: „Die Firma ist nicht darauf ausgerichtet, so viele Neuentwicklungen gleichzeitig zu stemmen.“

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