Viereck und Wendhausen sollen nun doch nicht wieder für Volkswagen arbeiten
VW kündigt offenbar umstrittenen Landtagsabgeordneten

Die zwei niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten, die während ihrer Zeit im Parlament ihr Gehalt von ihrem alten Arbeitgeber VW weiterbezogen hatten, werden nun offenbar gekündigt. Ursprünglich hatte es geheißen, sie würden ab dem 1. Juli wieder für Volkswagen arbeiten - parallel zu ihrer Tätigkeit als Abgeordnete.

HB HANNOVER. Wie die hannoversche „Neue Presse“ in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, sollen Ingolf Viereck und Hans-Hermann Wendhausen endgültig gehen. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der im Aufsichtsrat den VW-Anteilseigner Niedersachsen vertritt, plädierte nach Informationen der Süddeutschen Zeitung am Mittwoch dafür, dass sich VW von Viereck und Wendhausen trennen müsse: Eine Anstellung bei Volkswagen sei mit der Arbeit als Abgeordneter nicht vereinbar.

Die Parlamentarier hatten mehr als zehn Jahre lang neben ihren Diäten von monatlich 5400 Euro ihre Gehälter von VW kassiert. Nach Auffassung von Landtagspräsident Jürgen Gansäuer haben jedoch beide dafür keine ausreichende Gegenleistung erbracht, da ihr Arbeitsverhältnis ruhte. Nachdem dies Ende vorigen Jahres bekannt geworden war, forderte der Landtagspräsident von beiden zusammen 760 000 Euro zurück. Sie weigerten sich allerdings, weil sie das niedersächsische Abgeordnetengesetz für verfassungswidrig halten. Daraufhin reichte Gansäuer Klage ein.

"Beide sind wieder in den Bereichen tätig, in denen sie früher auch gearbeitet haben", hatte der Anwalt der Politiker, Peter Rabe, am Dienstag gesagt. "Ihre politische Karriere ist offensichtlich beendet, sie müssen daher den Rest ihres Arbeitslebens organisieren". Nach Medienberichten hatte Viereck einen Teilzeitvertrag, bei dem es um den Verkauf von VW-Autos geht. Wendhausen sollte wieder in der Forschungsabteilung tätig sein.

Wendhausen und Viereck werden sich bei der Wahl 2008 voraussichtlich nicht mehr um einen Sitz im Landtag bewerben.

Volkswagen hat die interne Regelung, wonach Konzernmitarbeiter bei einem Wechsel in die Politik ihr Gehalt weiter bekommen, inzwischen geändert.

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