Vietnam exportiert mittlerweile mehr Schuhe nach Deutschland als Italien. Trotzdem sinken die Preise nicht.
Schöne Schuhe vom Mekong

Rund um das Wirtschaftszentrum Ho-Chi-Minh-Stadt und in der Hauptstadt Hanoi hat sich die Schuh- und Lederbranche ausgedehnt. Sie ist so groß geworden, dass sie nach der Textil- und der Öl-Branche bereits die drittwichtigste Exportindustrie ist.

HO-CHI-MINH-STADT. Hastig nimmt die Fabrikarbeiterin die weißen Pömps vom Fließband und zieht sie über einen Schuhspanner. Die langhaarige Vietnamesin in der leuchtend türkisen Arbeitskleidung überprüft, was ihre Kolleginnen zuvor in mühevoller Handarbeit zusammengenäht und geklebt haben. Wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist, stellt sie die Schuhe in einen Karton. Täglich kommt die Spedition, um Berge von Schuhen abzuholen: 20 000 Paar produzieren die 4 000 Arbeiterinnen täglich – Stiefeletten, High Heels oder Halbschuhe, hauptsächlich aber günstige Schuhe aus synthetischem Material.

Auf den Sohlen stehen italienisch klingende Namen oder deutsche Marken wie die Deichmann-Eigenmarke „Roland“. „Nächste Saison werden sie in deutschen Geschäften stehen“, sagt Thomas Seibel, der einzige Deutsche in den riesigen neuen und aufgeräumten Produktionshallen. Über zahlreiche Subunternehmer lässt er Schuhe auch für den Hamburger Filialisten Görtz nähen. Doch die Namen seiner Kunden nennt er offiziell nicht, Diskretion ist Ehrensache.

Vor einem Jahr schon verkündete der Hauptverband der Deutschen Schuhindustrie, Vietnam habe sich weltweit an die Spitze der Schuhlieferanten für Europa gesetzt. In Deutschland stehen mehr vietnamesische Schuhe in den Regalen als Modelle aus Italien. Merkwürdig jedoch: Die Branche verzeichnet eher steigende als sinkende Preise.

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