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Vizechef Sasaki im Interview: Toyota nimmt Zulieferer unter die Lupe

Japans Autoriese Toyota will nach der Pannenserie seine Zulieferer strenger überwachen. Außerdem sollen mehr Aufträge in die Konzernzentrale zurückgeholt werden.An den Verkaufszielen hält Firmenchef Toyoda trotz allem fest. Und das trotz massiv rückläufiger Absatzzahlen im Februar.

Toyota-Vizechef Shinichi Sasaki will die Qualität verbessern. Quelle: Reuters
Toyota-Vizechef Shinichi Sasaki will die Qualität verbessern. Quelle: Reuters

BRÜSSEL. Der japanische Autokonzern Toyota zieht erste praktische Konsequenzen aus dem weltweiten Pannendesaster und nimmt künftig seine Zulieferer an die kurze Leine. "Wir werden eine neue Einheit von Ingenieuren aufbauen, die künftig noch stärker das Gespräch mit den Zulieferern suchen wird", sagte Toyota-Vizechef Shinichi Sasaki dem Handelsblatt in Brüssel. Ein verstärktes Insourcing, also die Rückholung von Aufträgen in den Konzern, plane Toyota aber nicht.

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Sasaki war gestern gemeinsam mit Konzernboss Akio Toyoda in Brüssel, um der europäischen Belegschaft für ihren Einsatz in der schweren Krise des Unternehmens zu danken. Trotz des globalen Pannendesasters gibt Toyota seine Wachstumsziele für das Jahr 2010 aber nicht auf: Nach einem weltweiten Verkaufseinbruch Anfang des Jahres zeigten die Absatzzahlen im März wieder eine Erholung, sagte Toyoda. Es sei zu früh, um die Absatzpläne für 2010 abzuschreiben.

Toyota will sechs Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen

Bisher geht der weltgrößte Autohersteller davon aus, seinen Absatz im laufenden Jahr um sechs Prozent auf 8,27 Mio. Fahrzeuge erhöhen zu können. Doch Konzernvize Sasaki sah das Ziel angesichts der jüngsten Nachfrageeinbrüche bereits in Gefahr. Allein in Europa brachen die Verkaufszahlen der Japaner im Februar gegen den Trend um rund 20 Prozent ein. Auch auf dem wichtigen US-Markt gingen die Verkaufszahlen zuletzt um neun Prozent zurück. Mit einem umfangreichen Rabattprogramm will der Autobauer in den USA jetzt Käufer zurückgewinnen.

Der japanische Konzern steht angesichts weltweiter Rückrufe von mehr als 8,5 Millionen Autos wegen ungewollter Beschleunigung und Bremsproblemen unter wachsendem Druck. Die US-Behörde für Verkehrssicherheit bringt 52 Tote mit den technischen Defekten in Verbindung. In den wenigsten Fällen ist zwar bislang erwiesen, dass Toyota Schuld trägt. Aber der Imageschaden und das finanzielle Risiko des Fiaskos sind bereits jetzt immens.

Als Konsequenz aus den Pannen berief Toyota gestern nach den USA und Japan auch in Europa mit dem Vize-Europachef Didier Leroy einen neuen Qualitätsmanager für die Region. Der Franzose wird Europa künftig in dem neu installierten globalen Qualitätskomitee des Konzerns vertreten, das am 30. März erstmals in Japan unter dem Vorsitz von Sasaki zusammentreten soll. Leroy werde die Aufgabe zusätzlich zu seinen bisherigen Funktionen übernehmen, betonte Toyoda. Der Konzernchef stellte sich gestern erstmals nach dem Debakel einem kleinen Kreis europäischer Journalisten. Europa sei für Toyota ein entscheidender Markt, betonte Toyoda, der in der grauen Jacke der Bandmitarbeiter vor die Beschäftigten der Zentrale trat.

  • 23.03.2010, 23:04 UhrAnonymer Benutzer: tyfob

    Ach, der gute Herr Lopez. - Hat er jetzt auch bei den Japanern gewütet.

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