"Völlig abwegig"
Experten raten VW von Stellengarantie ab

Die Forderung der IG Metall nach einer zehnjährigen Bestandsgarantie für alle 103.000 Arbeitsplätze des Autobauers Volkswagen in seinen sechs westdeutschen VW-Werken hat massive Kritik von Arbeitsmarkt- und Branchenbeobachtern ausgelöst.

HB HAMBURG. Beschäftigungszusagen im Gegenzug für niedrigere Lohnabschlüsse der Gewerkschaften hätten sich zwar eingebürgert und seien im Prinzip „eine gute Sache“. Doch wäre eine für zehn Jahren ausgesprochene Stellengarantie „völlig abwegig“, sagte der Chef der Konjunkturabteilung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Joachim Scheide, der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Kein Unternehmen könne abschätzen, wieviel es in zehn Jahren produzieren und wo es dies tun werde.

Noch schärfer ging Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft an der Universität Bamberg, mit der Gewerkschaftsforderung ins Gericht: Eine Arbeitsplatzgarantie für mehr als 100 000 Mitarbeiter für zehn Jahre wäre seiner Ansicht nach „hochgradig fahrlässig und unverantwortlich“. VW könne „damit seinen Niedergang beschließen.“ Analysten sprachen sich dafür aus, bei Arbeitsplatzzusagen nach dem Beispiel von Daimler-Chrysler die Laufzeit von Fahrzeugmodellen zu Grunde zu legen. Einen Zeitraum von zehn Jahren halten auch sie für zu lang.

Die IG Metall fordert in den am 15. September beginnenden Tarifgesprächen bei VW neben vier-prozentigen Einkommenserhöhungen eine Bestandsgarantie für alle nach Haustarif bezahlten Arbeitsplätze. Sie will damit verhindern, dass der Konzern wegen der akuten Absatzflaute und der niedrigen Auslastung von Automobilwerken Personal im Inland abbaut und Arbeitsplätze nach Osteuropa verlagert. Als Gegenleistung dafür könnte die Gewerkschaft der Senkung der Personalkosten zustimmen oder geringere Lohnsteigerungen akzeptieren.

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