Voestalpine

Stahlkonzern stampft Umsatzziel ein

Schwaches Wirtschaftswachstum und Druck auf die Rohstoffpreise sorgen für Unmut in der Stahlbranche. Der österreichische Konzern Voestalpine streicht seine Umsatzziele für 2020 zusammen. Hilft ein Kurswechsel?
Schon im Sommer hatte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder angekündigt, das Umsatzziel wahrscheinlich nicht halten zu können. Nun ist es offiziell. Quelle: Reuters
Voestalpine in Linz

Schon im Sommer hatte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder angekündigt, das Umsatzziel wahrscheinlich nicht halten zu können. Nun ist es offiziell.

(Foto: Reuters)

WienDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat sein mittelfristiges Umsatzziel um ein Viertel gekürzt. Aufgrund des mauen Wirtschaftswachstums und des Verfalls der Rohstoffpreise werden nun für das Geschäftsjahr 2020/21 (per Ende März) Erlöse in der Höhe von 15 Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Ursprünglich hatte die Firma bei der Präsentation ihrer Strategie 2020 vor drei Jahren einen Umsatz von 20 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Firmenchef Wolfgang Eder kündigte aber bereits im Sommer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters an, dass das Umsatzziel nicht zu halten sein wird. Der Konzern erlöste im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 11,2 Milliarden Euro.

Vor allem das unter den damaligen Prognosen liegende Wirtschaftswachstum und die stark gesunken Rohstoffpreise bei Eisenerz und Kohle machten dem Konzern bei seinen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Diese beiden Effekte würden hochgerechnet bis 2020 den Umsatz um mehr als drei Milliarden Euro schmälern. Zudem halte sich das Unternehmen derzeit bei Zukäufen zurück. Das stärkste Umsatzwachstum werde weiterhin außerhalb Europas erwartet. Der Umsatzanteil außerhalb der EU soll sich bis 2020 auf 40 Prozent von derzeit rund 25 Prozent erhöhen.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

Die Voestalpine hat sich auf die Verarbeitung von Stahl zu Spezialstahlprodukten konzentriert. Das Geschäft mit der Stahl-Verarbeitung soll bis 2020 auf 75 (derzeit: 70) Prozent steigen. Nur noch ein Viertel des Geschäftes will der Konzern dann im „klassischen Stahlbereich“ erwirtschaften. Die Linzer stellen unter anderem Bleche für Karosserieteile für Autos her und beliefern die großen deutschen Hersteller.

Zudem produziert das Unternehmen Weichen für die Eisenbahnindustrie oder Rohrbleche für Pipelines. „Stahl wird auch in Zukunft die Kernwerkstoffbasis des Konzerns bilden. Gleichzeitig werden wir aber andere Metalle wie Titan oder Aluminium verstärkt in der Weiterverarbeitung einsetzen“, sagte Eder.

Bei seinen Renditezielen sieht sich Voestalpine im Plan. Die Ebitda-Marge wird 2020/21 weiterhin bei 14 Prozent erwartet, die Ebit-Marge bei neun Prozent. Im Vorjahr lag die Ebitda-Marge bereits bei 13,7 Prozent, die Ebit-Marge bei 7,9 Prozent.

  • rtr
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