Voestalpine
Stahlkonzern trotzt Konjunkturabkühlung

Voestalpine kann der weltweiten Konjunkturabkühlung weiterhin Stand halten. Obwohl der erhoffte Aufschwung ausgeblieben ist, sieht sich der Stahlkonzern aus Österreich weiter auf Kurs für eine Gewinnsteigerung.
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WienDer österreichische Stahlkonzern Voestalpine kann der weltweiten Konjunkturabkühlung weiterhin Stand halten. Obwohl es in Europa nicht zum erhofften Aufschwung gekommen sei, sieht sich das Unternehmen dank seiner guten Auslastung weiter auf Kurs für eine Gewinnsteigerung im Gesamtjahr.
Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2014/15 werde unverändert ein leicht über dem Vorjahresniveau von 792 Millionen Euro liegendes operatives Ergebnis (Ebit) erwartet, teilte Voestalpine am Dienstag mit. Gegenüber Reuters präzisierte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder sein Gewinnziel zuletzt auf 850 Millionen Euro. Auch das Ebitda soll steigen.

Dank der Spezialisierung auf Spezialstahlprodukte trifft den Konzern eine Wirtschaftseintrübung in Europa nicht ganz so stark wie traditionelle Stahlanbieter. Zudem liefen für den Konzern zuletzt die Geschäfte in der Wachstumsregion Nordamerika gut. In Europa schwächle die Nachfrage hingegen. Das Unternehmen hofft hier auf Unterstützung durch die anhaltend starke Konjunktur in der Automobilindustrie. Voestalpine erzeugt unter anderem Bleche für Karosserieteile.

Aufgrund des gesunkenen Ölpreises dürfte auch die Nachfrage nach Stahlrohren für Pipelines schrumpfen. Die Voestalpine hatte – ebenso wie der deutsche Konkurrent Salzgitter – für das Pipelineprojekt South Stream einige Aufträge erhalten. Während Salzgitter mit Einbußen rechnet, sehen die Österreicher durch die Absage des Projektes keine Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung. Bisher konnten aufgrund des hohen Auftragsbestandes im Grobblechsegement negative Auswirkungen vermieden werden, hieß es. Die Voestalpine rechnet aber mit zunehmend schwierigen Bedingungen in diesem Marktsegment.

In den ersten drei Quartalen sei bei einem etwa stabilen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro der operative Gewinn um 10,2 Prozent auf 627,4 Millionen Euro gestiegen. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um gut ein Viertel auf 442,8 Millionen Euro. Hier profitierte der Konzern von einer niedrigeren Steuerquote.

Europäische Stahlhersteller kämpfen seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. Zudem drängen Konkurrenten aus China und Russland verstärkt auf den europäischen Markt. Auch 2015 rechnet die deutsche Stahlindustrie nur mit einer moderaten Belebung der Geschäfte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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