Vogelgrippe-Forschung kommt voran
Glaxosmithkline lässt sich durch Generika nicht bremsen

Der britische Pharmakonzern Glaxosmithkline hat nach einem Gewinn- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Zwar sind die Umsätze in Europa wegen der Konkurrenz durch günstigere Generika gesunken, das Unternehmen konnte diese Einsußen aber in anderen Bereichen wettmachen. Gleichzeitig kommt die Forschung bei Medikamenten gegen die Vogelgrippe voran.

HB LONDON. Für 2006 peilt Konzernchef Jean-Pierre Garnier nun ein Plus beim Ergebnis pro Aktie (EPS) von rund zwölf Prozent an, teilte GlaxoSmithKline am Mittwoch in London mit. Bisher wurde ein Plus von rund zehn Prozent bei konstanten Währungen erwartet.

Im zweiten Quartal steigerte GSK den Gewinn auf 23,3 Pence (vor Wechselkurseffekten) und traf damit fast die Analystenschätzungen in Höhe von 23,6 Pence. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 5,811 Mrd. Pfund. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 5,672 Mrd. Pfund gerechnet. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich um 15 Prozent auf 1,897 Mrd. Pfund.

Der Pharmaumsatz stieg nach Aussage von GlaxoSmithKline um zehn Prozent auf fünf Mrd. Pfund, was vor allem auf eine starke Entwicklung in den USA zurückzuführen sei. Die Umsätze in Europa hätten dagegen unter der Konkurrenz billigerer Generika-Produkte (Nachahmermedikamente) gelitten.

Die Umsatzzuwächse beim Asthmamittel Seretide/Advair und bei Avandia zur Behandlung von Blutzucker sowie der Umsatzanstieg im Impfstoffgeschäft hätten die Schwäche ausgeglichen, teilte Glaxo mit.

Während der Umsatz mit den Impfstoffen um 17 Prozent anstieg, kletterten die Erlöse mit Avandia um 32 Prozent auf 477 Mill. Pfund. Seretide/Advair spülte dem weltweit zweitgrößten Pharmakonzern einen Umsatz von 822 Mill. Pfund, also ein Plus von zwölf Prozent in die Kassen.

Zudem meldetet Glaxosmithkline einen Zwischenerfolg bei der Entwicklung eines Vogelgrippe-Impfstoffes für den Menschen. Eine Studie habe ergeben, dass der Impfstoff bei über 80 Prozent der Teilnehmer zu einer schützenden Immunantwort geführt habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Der Impfschutz übersteige damit die Vorgaben der Behörden. Eine derart hohe Immunantwort bei einer Dosis von nur 3,8 Mikrogramm Antigen hat laut dem Konzern bisher kein in Entwicklung befindlicher Impfstoff-Kandidat erbracht.

„Diese vorläufigen Ergebnisse sind ein entscheidender Durchbruch für die Entwicklung eines Grippe-Pandemie-Impfstoffs“, erklärte Konzernchef Jean-Pierre Garnier. Sollte die Arbeit weiter so erfolgreich verlaufen, werde die Zulassung voraussichtlich in den kommenden Monaten beantragt. An dem aggressiven Vogelgrippe-Erreger H5N1 sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bislang mindestens 132 Menschen gestorben.

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