Volkswagen-Abgasskandal
Für VW beginnt eine Woche der Wahrheit

Für die bundesweit rund 2200 VW-Vertragshändler wird es bald ernst: Sie müssen mit dem Passat eine erste Nagelprobe im Abgas-Rückruf bestehen. Spannend wird es außerdem vor einem Bochumer Gericht.

Wolfsburg/FlensburgRund ein halbes Jahr nach Bekanntwerden des Abgas-Skandals steht VW vor entscheidenden Weichenstellungen.

Noch in dieser Woche soll der Startschuss für die erste große Rückrufwelle fallen, bei der mit dem Passat erstmals ein massenhaft verkauftes Modell in die Werkstätten muss. Bisher war nur der VW Amarok nachgebessert worden – mit nur gut 8000 Wagen war das lediglich eine Generalprobe im Miniaturmaßstab. Am Mittwoch beschäftigt sich zudem erstmals ein deutsches Gericht mit den Manipulationen an bundesweit 2,5 Millionen Dieseln aus dem Konzern.

Ein VW-Käufer aus dem Ruhrgebiet will sein Auto zurückgeben. Der Universitätsprofessor klagt am Landgericht Bochum gegen ein örtliches VW-Autohaus auf Rückabwicklung seines Kaufvertrages. „Mein Mandant will seinen VW Tiguan mit der Schummelsoftware zurückgeben“, sagte Anwalt Dietrich Messler am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Der Wagen sei rund ein Dreivierteljahr alt und habe inzwischen eine Laufleistung von knapp 20 000 Kilometern.

Eine technische Nachbesserung des Fahrzeugs lehne sein Mandant ab, betonte Messler. „Er ist aber vergleichsbereit und würde auch einen neuen Wagen kaufen.“ Dafür müsse der Händler ihm jedoch abzüglich des Wertverlusts infolge der Fahrleistung den Kaufpreis zurückerstatten.

Mit seiner Forderung nach einer Rückabwicklung ist der Bochumer nicht allein. Weltweit meldeten sich nach dem Ausbruch der Abgas-Affäre bei rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen enttäuschte VW-Fahrer.

Volkswagen setzt auf die Nachbesserung der Fahrzeuge, Konzernchef Matthias Müller hatte aber zumindest für den US-Markt in Einzelfällen auch Rückkäufe nicht ausgeschlossen. Hierzulande ist die Nachrüstung schon beschlossen, sie soll noch das ganze Jahr 2016 über laufen.

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Herkulesaufgabe für die Werkstätten

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