Volkswagen Abgasskandal weitet sich aus – neue Durchsuchungen erschüttern VW

Neue Ermittlungen gegen Volkswagen im Abgasskandal: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht einem weiteren Fall möglicher Marktmanipulation nach.
Update: 20.03.2018 - 11:14 Uhr 13 Kommentare

Verdacht auf Marktmanipulation: VW wieder im Visier der Staatsanwaltschaft

Verdacht auf Marktmanipulation: VW wieder im Visier der Staatsanwaltschaft

Düsseldorf/StuttgartDer VW-Konzern kommt nicht zur Ruhe. Wie jetzt bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig in einem weiteren Fall wegen strafbarer Handlungen bei Volkswagen. Diesmal geht es um eine womöglich irreführende Ad-hoc-Mitteilung in Zusammenhang mit falsch ausgewiesenen CO2-Abgaswerten. Der Verdacht lautet auf Marktmanipulation. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ über die neuen Durchsuchungen berichtet.

VW-Chefjustiziar Manfred Döss bestätigte am Dienstag die Berichte. „Anfang des Monats hat es die Durchsuchung gegeben", sagte Döss am Rande der Bilanzpressekonferenz der Porsche SE in Stuttgart. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft gehe dem Verdacht nach, ob der Konzern fehlerhaft über Kohlendioxid-Emission von einigen Hunderttausend Fahrzeugen informiert habe.

Volkswagen will jedoch keine Fehler gemacht haben. „Die Volkswagen AG ist überzeugt, ihre Ad-hoc-Publizitätspflichten ordnungsgemäß erfüllt zu haben“, sagte ein Konzernsprecher.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig durchsuchte 13 Büros in der Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg. Es gehe um die Überprüfung des Tatverdachtes und zur Ermittlung und Identifikation der handelnden verantwortlichen Personen, bestätigte Klaus Ziehe, Sprecher der Behörde. Danach wurden größere Datenmengen beschlagnahmt, die nun in den nächsten Wochen auszuwerten und zu bewerten seien. „Es gibt noch keine ausreichende Klarheit, gegen wen sich der Anfangsverdacht richtet“, sagte Ziehe dem Handelsblatt.

In der Sache geht es bei den Ermittlungen um womöglich fehlerhafte Verbrauchsangaben und damit auch den Ausstoß von CO2-Emissionen bei Autos aus dem VW-Konzern. Es besteht der Anfangsverdacht, dass eine vom Konzern am 9. Dezember 2015 veröffentlichte Ad-hoc-Mitteilung „objektiv inhaltlich falsch gewesen“ war. Die VW-Mitteilung für den Kapitalmarkt trug die Überschrift „CO2-Thematik weitgehend abgeschlossen“.

Eine Ad-hoc vom 3. November 2015 hatte sich damit überholt. In dieser teilte VW noch mit, dass es bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typen-Zulassung von Fahrzeugen „zu nicht erklärbaren Werten gekommen“ gekommen sei. Zunächst waren rund 800.000 Fahrzeuge potenziell betroffen, der mögliche Schaden konnte sich laut VW auf rund zwei Milliarden Euro belaufen.

Am 9. Dezember 2015 war die Welt aus VW-Sicht offenbar wieder in Ordnung. Man habe die Sache aufgeklärt. „Nach umfassenden internen Prüfungen und Messkontrollen ist nun klar, dass fast alle diese Modellvarianten doch den ursprünglich festgestellten CO2-Werten entsprechen“, hieß es Ad-hoc-Mitteilung. Der „Verdacht auf rechtswidrige Veränderung der Verbrauchsangaben von aktuellen Serienfahrzeugen“ sei ausgeräumt, es gebe nur noch marginale Probleme bei nur noch 36.000 Autos.

Die Staatsanwaltschaft zweifelt die Aussagen der Dezember-Ad-hoc offenbar an. Wenn sich der Verdacht bestätigt, wurden VW-Investoren womöglich in die Irre geführt. Neben den strafrechtlichen Konsequenzen könnten sich daraus auch zivilrechtliche Ansprüche ableiten.

Chefjustiziar Döss sagte dazu, dass alle Abgastests im Herbst 2015 gemeinsam mit dem Kraftfahrtbundesamt vorgenommen worden seien. „Sämtliche Fahrzeuge waren grün gemeldet“, ergänzte Döss. „Aus der Sache wird nichts herauskommen. Aber wir müssen uns damit auseinandersetzen“, betonte er.

Schon jetzt kämpft VW mit Aktionären, die sich vom Konzern wegen zu später Information über den Abgasskandal am 22. September 2015 getäuscht sehen. Auch hier ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft Braunschweig. In diesem Verfahren beschuldigt sind der ehemalige Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, die frühere Finanzvorstand und heutige Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sowie VW-Markenvorstand Herbert Diess.

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13 Kommentare zu "Volkswagen: Abgasskandal weitet sich aus – neue Durchsuchungen erschüttern VW"

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  • Dass wir 1 Billion / Jahr für Soziales verbrennen und unsere Innenstädte von "Akademikern und Fachkräften" in Chaos gestürzt werden soll also besser vergessen werden. Und wieder rollt so eine Welle der Ablenkung durch die alliierte Kriegskolonie, genannt BRD.

  • Die schlimmsten Konsequenzen, die fuer die Verantwortlichen zu befuerchten sind, ist eine Abfindung in Millionenhoehe und vorzeitige Pensionierung. Fuer den betrogenen Kunden hingegen droht die Stillegung seines Fahrzeuges.
    Wenn in London ein paar Leute von Giftgas krank werden ist das ein internationaler Skandal erster Guete und zieht scharfe Sanktionen nach sich. Wenn VW weltweit Menschen mit Dieselabgasen vergiftet dann zieht das Boni in Millionenhoehe nach sich.

  • Winterkorn, Piech, verantwortliche Politiker von SPD/ CDU Niedersachsen, Gewerkschaftler und sonstige verantwortliche Vortstandsmitglieder allesamt vor ein Gericht und sämtliche Bezüge, Boni, Vorstandsgehälter, Rentenansprüche, Tantieme, Übergangs- und Ruhegelder Aktienpakte, und Optionen einkassieren und an die Staatskasse abführen!

  • .....die Wahrheit....und nur die Wahrheit....muß auf den Tisch...
    ...alles Herumhacken...auf nur einen.....alles Anklagen auf den Einen....auf VW....ist die halbe Wahrheit...
    ...wieso und warum?
    ....nun....die Auto-Industrie....jetzt im Blick also Volkswagen....hat zurückliegend nur das geliefert...was absolut notwendig war...und gefordert wurde....und nicht einen deut mehr....
    ....warum sollte sie mehr getan haben....und tun?
    ....ist ist einfach so.....dass nicht mangels Gehirn-Masse bei den Ingenieuren....eine technische Anpassung versäumt wurde....sondern nur die Forderungen ausgeführt wurden ...wie oben gesagt...
    ....wenn es es so ist....wie es ist....daß wieder VW auf die Anklagebank soll....müssen die irdischen Richter hier....die Politik mit in die Verantwortung nehmen....und auch vor Gericht stellen.....
    .....haben diese "Verwalter" der einzelnen Sparten in der Regierung.... den bekannten Unschulds-Saft getrunken...um jetzt zu sagen....dass das Dilemma des Diesel-Skandals....nur VW....an die Hose gebunden wird....und keinem anderen...
    ....hat die Politik Jahre und Jahrzehnte es verstanden.....sich mit den Bossen der Autoindustrie....auf jeder Bühne wo auch immer im Fotoshooting.....zu präsentieren....Standing Ovation in allen Schattierungen mit und ohne Schlips....entgegen zu nehmen.....und jetzt Das....
    ...und so können und sollen.....die besten Anwälte....für die Auto-Industrie in Beschlag genommen werden....diese Ungeheuerlichkeit nicht ohne die Politik zuzulassen.....
    .....und so ist nur unter diesem Aspekt.....eine gemeinsame Aufarbeitung....möglich.....mit dem Ergebnis....mangelnder Dichte...und intensive Begleitung der Autoindustrie...in zurückliegenden Jahren...und bis heute....nicht so vorgenommen wurde....wie es vonnöten hätte sein müssen....
    ...ist es so?...ja....so ist es.....












  • Narrog, warum bauen Sie denn hier die "Flüchtlingsbetreuung" als Ablenkung ein? Sie kommen vom Thema ab.

    Die Industrie trägt zum Teil (und nicht wie Sie das hier fälschlicherweise darstellen "gesamt") zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung bei.

    Wenn VW in Europa Milliarden blechen müsste, wäre das nur eine Gleichbehandlung mit VW-Geschädigten in den USA, wo VW Milliarden Entschädigungsleistungen zahlen musste.

    Es ist nur recht und billig, wenn der VW-Konzern durch Entschädigung der Geschädigten massiv getroffen wird. Ein Konzern, der seinem Vorstand satte Gehaltserhöhungen genehmigt.

    So aber stiehlt sich VW in Europa aus der Verantwortung, offensichtlich mit politischer Rückendeckung aus der Politik.

    Bitte vergessen Sie nicht, dass VW Kunden betrogen hat.
    Kunden, die künftig Neufahrzeuge anschaffen, sollten das unbedingt bedenken.

    Narrog, da Sie hier Nebelkerzen zünden, verharmlosen und ablenken, liegt es für mich nahe, bei Ihnen von einer Nähe zu den Verursachern der Betrugsmasche made in Wolfsburg zum Schaden von Konsumenten auszugehen.

  • Und jetzt muss der Staat wirklich Handeln - Steuernachzahlung-Pauschale für Marktmanipulation von VW.
    Die gesamte Autoindustrie muss vermutlifch zur Nachbesteuerung verdonnert werden, die verdeckten Kosten in vollem Umfang zu tragen, damit dann mit staatlichen Fördergeldern der betrogene Verbraucher unterstützt wird, sein Fahrzeug auf den technisch neuesten Stand zu rüsten. Oder auch für den öffentlichen Nahverkehr Preissenkungen und Umrüsten auf Elektromobilität voranzubringen. Und natürlich die Förderung von innovativer neuer Technologie - damit Elephanten wie Bosch, Siemens & Co. in Bewegung kommen. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Prof.Krause, heute Wissenschaftlicher Vorsitzender der Berliner Neutrino Group erläuterte in Österreich:
    http://www.tagesbote.at/2018/02/27/gewinnung-von-energie-aus-neutrino-geisterteilchen/ Seit dem Physik Nobelpreis 2015 für die Entdeckung der Masse von Neutrinos, sollte es jedem klar werden, diese revolutionäre Neutrino-Energy kommt. Selbst Prof. Hawking war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat, weil er von der revolutionärsten Entdeckung für die Menscheit des 21.Jahrhunderts, der Nutzung von Neutrino-Energy überzeugt war.

  • @ Herr Andre Peter 20.03.2018, 12:07 Uhr

    "Auf Diesel wird herumgehackt! Gebasht bis zum Abwinken!
    USA hat 103 Mikrogramm, wir 40 - Die EU quält mal wieder ihre eigenen Bürger, päpstlicher als der Papst!"

    Im Artikel gehts um CO2, nicht um NOX, ab und an muss mal der Abgasschädling gewechselt werden, sonst wird´s ja langweilig und die Bürger merken am Ende noch was. Was für meinen Geschmack noch fehlt sind die Feinstäube, aber gemach, den benziner muss es auch noch erwischen und so dauert es nimmer lang, bis ein Autofahrer ideologisch gleichzusetzen ist mit einem sog. "Räääächtsradikalen", durch motivierte Aktivisten entsprechend gesprühte Aufschriften auf den Karossen inklusive. :)

    Wie bei der sog. "Energiewende" gehts bei der "E-Mobilität" wohl weniger um die Umwelt, als um das Aufsetzen neuer Konjunkturprogramme, das generieren zusätzlicher Fiskaleinnahmen und um die ideologische Umerziehung der Bürger mit Hilfe von "Grenzwerten" deren wissenschaftliche Haltbarkeit von der Öffentlichkeit und der "Wissenschaft" nicht mehr hinterfragt wird.

  • Falsch ausgewiesene CO2-Werte bei VW? Das ist ja nun aber wirklich ein Skandal. Schauen denn die Manager dort nicht, wie kompetent, effektiv, effizient und wie kostengünstig die deutsche Politik bei der Energiewende vorgeht, ein leuchtendes Beispiel für die ganze Welt, die brauchen doch nur dort abzukupfern oder tun die das bereits? :)

    https://www.welt.de/wirtschaft/article174721327/Energiewende-Index-Im-weltweiten-Vergleich-schneidet-Deutschland-schlecht-ab.html

    Was tut man nicht alles, um den Leruten die Individualmobilität madig zu machen? Ich glaube kaum, daß man in Europa auch nur einen einzigen Hersteller finden wird, dessern CO2-Werte in der Praxis standhalten.

  • Wer von den lieben Dieselfahrern hat eigenständig bei den Anbietern von Steuerungssoftware sich die Spar-Software sich aufspielen lassen? Soll so ca. 100 Euro gekostet haben.
    Sind es 10 oder 20 Prozent der Dieselfahrzeuge, die dann noch zig mal mehr ausstoßen, nur um einen halben Liter Diesel auf 100 km zu sparen?

    Was mich stört bei all der Umweltthematik:
    Niemand stört sich an Biogasanlagen, die aufgrund des hohen Pestizid- und Düngereinsatzes für gentechnischen Mais unser Trinkwasser verseuchen (und stinken und Nahrungsmittelproduktion verdrängen). Hier sterben wirklich Menschen!
    Auf Diesel wird herumgehackt! Gebasht bis zum Abwinken!
    USA hat 103 Mikrogramm, wir 40 - Die EU quält mal wieder ihre eigenen Bürger, päpstlicher als der Papst!

  • Herr Hohn, eine Entschädigung der "Betrugsopfer" würde einige 1000 €/Auto und damit einige Milliarden € kosten. Damit würde dann der VW Konzern massiv getroffen.

    Bitte vergessen Sie nicht, dass Deutschland nicht von der "Flüchtlingsbetreuung", sozialen Projekten oder ähnlichem lebt, sondern dass der gesamte Wohlstand des Landes auf der Industrie beruht.

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