Volkswagen-Absatz in Japan bricht ein
Auch die große Demut kann VW nicht helfen

Auf der Automesse in Tokio gab sich Volkswagen demütig. Trotzdem verzeihen die Japaner dem Autobauer die Diesel-Schummeleien nicht. Der Absatz bricht um die Hälfte ein. Auch in Großbritannien schaut es düster aus.
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Düsseldorf/TokioJetzt also doch: Das Dieselgate schlägt offenbar auf die Verkäufe bei Volkswagen durch. Der Absatz von VW in Japan ist im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent eingebrochen. Das berichtet die dpa am Freitag in ihrem internationalen Dienst unter Verweis auf den japanischen Auto-Importeursverband. Demzufolge verkaufte VW lediglich noch 2403 Wagen in Japan, ein Jahr zuvor waren es noch 4620. Damals war Volkswagen die meistverkaufte Importmarke in dem asiatischen Land.

Der Markt für importierte Autos hingegen entwickelte sich im abgelaufenen Oktober positiv: Die Verkäufe stiegen – die Wolfsburger ausgenommen – um 5,3 Prozent.

Auf der Automesse in Tokio hatte sich VW Ende Oktober für die Verfehlungen im Diesel-Skandal entschuldigt. VW-Japanchef Sven Stein hatte sich – wie in dem Land üblich – mehrere Sekunden tief verbeugt. VW-Markenchef Herbert Diess sagte, Volkswagen werde alles dafür tun, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.

Bereits am Donnerstag hatte VW Einbrüche in Großbritannien verkraften müssen: Im Oktober brachte der deutsche Autobauer fast zehn Prozent weniger Wagen seiner Kernmarke auf die Straßen gebracht. Die Erstzulassungen von VW-Pkw sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,8 Prozent, teilte der britische Branchenverband SMMT. Allerdings fiel auch die Gesamtzahl der neu zugelassenen Autos in dem Land um 1,1 Prozent – zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren.

Kunden der Marke Skoda, die ebenfalls zum VW-Konzern gehört, meldeten 3 Prozent weniger Autos an. Bei Seat betrug das Minus 32,2 Prozent. Die VW-Tochter Audi legte dagegen um 2,2 Prozent zu.

Oft müssen Autokäufer in Großbritannien wie auch in Deutschland Wochen oder sogar Monate auf ihre Fahrzeuge warten, wenn diese nach ihren Wünschen ausgestattet werden. Verzögert könnte die Entwicklung der Neuzulassungen aber auch schon erste mögliche Folgen des VW-Abgas-Skandals widerspiegeln. Insgesamt leidet die Nachfrage nach eigener Einschätzung von Volkswagen noch nicht unter der Affäre.

Der Großbritannien-Chef von VW, Paul Willis, hatte im Oktober im Unterhaus in London „ehrlich und uneingeschränkt“ um Verzeihung für die Manipulationen bei Stickoxid-Werten von Dieselmotoren gebeten: „Wir werden alles Notwendige tun, um Vertrauen zurückzugewinnen.“

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  • Ja, immer wieder die Geschichten mit den Arbeitsplätzen:

    Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll einem Zeitungsbericht zufolge im kommenden Jahr personell noch einmal deutlich aufgestockt werden. Die Behörde mit Sitz im bayerischen Nürnberg solle 3600 zusätzliche Mitarbeiter bekommen, berichteten die "Ruhr Nachrichten" aus Dortmund unter Berufung auf Koalitionskreise.
    Es handle sich um 2600 neue Stellen sowie tausend Mitarbeiter, die aus anderen Behörden oder aus dem Ruhestand geholt werden sollten.

    So schafft man Arbeitsplätze in Deutschland, vor allem handelt es sich hier um sichere Arbeitsplätze.

  • Lieber Herr Hofmann,
    Der Weg Deutschlands ist seit dem Ende des 2 WK vorgezeichnet. Stellen Sie sich gedanklich einen breiten Feldweg vor. Unsere Politiker als auch die Medien haben lediglich die Wahl etwas mehr links, oder rechts des Pfades zu gehen, aber umkehren oder gar den Pfad verlassen, das steht Ihnen nicht frei.

    Man sollte allerdings erwähnen das in letzter Konsequenz auch die USA nur ein Werkzeug sind, wenn man so will ein Schmiedehammer in der Hand des finanzstarken Meisters der eine neue Weltordnung formt. Das Endprodukt wird jedoch nur einer elitären Minderheit gefallen.

  • nie mehr VW!

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