Volkswagen
Audi als Blaupause für Porsche-Integration

Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen: Porsche soll auch nach einer Integration in den neuen Gemeinschaftskonzern keine Marke wie alle anderen werden.

FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Porsche-Familien legen großen Wert darauf, dass auch in der neuen Struktur der Sportwagenhersteller eine eigenständige Organisation bewahren wird. "Der Erfolg von Porsche hängt von der Eigenständigkeit ab", versprach Miteigentümer Wolfgang Porsche der Belegschaft.

Der stolze Stuttgarter Sportwagenbauer, der aus seiner Rolle als David in der Branche unter dem scheidenden Vorstandschef Wendelin Wiedeking eine eigene Kultur entwickelt hat, soll auch im neuen Konzerngeflecht nicht unter die Räder kommen. Geht es nach dem Willen der Stuttgarter, wird deshalb die Porsche AG neben dem VW-Konzern unter dem Dach eines verschmolzenen Konzerns, der dann VW-Porsche SE heißen könnte, ihren Platz behalten.

Das neue Porsche-Management um Michael Macht wird gemeinsam mit den Führungskräften von VW viel Fingerspitzengefühl brauchen. Denn Porsche war stets keine Marke wie die anderen, sondern etwas Einzigartiges, Besonderes. Allein dies rechtfertigt bis heute Preise für die Sportwagen, die das Unternehmen an die Spitze der Profitabilitätsskala unter den Herstellern gebracht haben - und Renditen von mehr als 18 Prozent einbrachten.

Vieles spricht dafür, dass das Management dieser Aufgabe gewachsen sein wird: Der Wolfsburger Autokonzern hat bereits mehr als einmal bewiesen, dass er von Markenführung unter dem Konzerndach etwas versteht, wie Experten attestieren. So sind - mit Ausnahme der spanischen Marke Seat - alle neun Marken unter dem Dach von VW heute klar ausgerichtet. Auch die Luxusmarken wie Bentley, Lamborghini und Bugatti erhalten die notwendigen Freiheiten, um sich im Topsegment zu behaupten. Fehler wie die des Ford-Konzerns, der sichtbare Teile von Ford-Fahrzeugen in seinen Jaguar-Limousinen verbaute, machte die Konzernspitze in Wolfsburg nicht.

Die Blaupause für eine geglückte Integration dürfte die VW-Tochter Audi liefern. Obwohl VW die Ingolstädter voll beherrscht, hat die Marke in den vergangenen Jahren ein beachtliches Eigenleben entwickelt. Auf Basis bestehender Plattformen der Wolfsburger entstehen immer neue Modelle und Varianten. Die konkurrieren mittlerweile sogar mit der Stammmarke VW. So ist der A3 ein scharfer Wettbewerber des Golf, bedient sich aber in weiten Teilen seiner Technik. Audi konnte dadurch kostengünstig in die Kompaktklasse einsteigen. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten BMW und Mercedes. Diese haben den strategischen Vorteil Audis bereits erkannt und verhandeln ihrerseits seit Monaten über eine engere Zusammenarbeit in Einkauf und Entwicklung. Die Allianz Porsche/VW/Audi auf der einen und die engere Kooperation Mercedes und BMW auf der anderen Seite könnten in Zukunft die dominierenden Machtblöcke der deutschen Autoindustrie sein.

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