Volkswagen Autobauer organisiert Finanzsparte neu

Volkswagen baut um und löst das europäische Bankgeschäft aus seiner Finanzsparte heraus. Durch die Maßnahme will der Autobauer seine Kapitalreserven schonen. Organisatorisch soll sich nichts ändern.
Der Konzern baut um und löst das europäische Bankgeschäft aus seiner Finanzsparte heraus. Quelle: Reuters
Volkswagen richtet Finanzsparte neu aus

Der Konzern baut um und löst das europäische Bankgeschäft aus seiner Finanzsparte heraus.

(Foto: Reuters)

FrankfurtVolkswagen will mit einem Umbau seiner Finanzsparte die Kapitalreserven schonen. Die Europäische Zentralbank (EZB) soll künftig nur noch das Kredit- und Einlagengeschäft der Volkswagen Bank in Europa beaufsichtigen, wie Europas größter Autobauer mitteilte.

Die Bank wird von der Volkswagen Financial Services AG (VWFS) abgetrennt und direkt der Volkswagen AG angegliedert. Damit muss nur noch das Bankgeschäft mit Eigenkapital unterlegt werden, nicht aber die übrigen Geschäfte rund ums Auto – etwa mit Versicherungspolicen, Garantieverlängerungen und der Autovermietung. „Damit brauchen wir künftig weniger Kapital und schonen die Nettoliquidität des Konzerns“, sagte ein Sprecher der Finanzsparte. Man bereinige damit historisch gewachsene Strukturen.

Die Volkswagen Financial Services AG kam Ende vergangenen Jahres auf eine Bilanzsumme von 121 Milliarden Euro und gehört damit zu den 21 größten deutschen Banken, die direkt unter der Aufsicht der EZB stehen. Auf die Volkswagen Bank entfallen nach Unternehmensangaben davon 54 Milliarden Euro – auch sie bleibt damit ein Fall für die EZB.

Das sind die zehn umsatzstärksten Konzerne Deutschlands
Platz 10: Audi
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Die Ingolstädter sind die Cashcow des Wolfsburger Autobauers Volkswagen, zu dem Audi seit 1969 gehört. Dem Konzern ist es gelungen, den Umsatz im vergangenen Jahr (im Vergleich zu 2014) um 8,6 Prozent zu steigern. Im gesamteuropäischen Ranking hat sich Audi deswegen um einen Platz auf den 26. Rang verbessert.

Umsatz (2015): 58,4 Milliarden Euro
Umsatzentwicklung (im Vergleich zu 2014): + 8,6 Prozent

Platz 9: Metro
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Metro spielt nicht mehr in der ersten Börsenliga mit. Doch obwohl der Großhandelskonzern mittlerweile im MDax notiert ist, ist er hinsichtlich des Umsatzes in Deutschland immer noch erstklassig. Auf europäischer Ebene kommt Metro immerhin auf den 24. Platz und konnte sich damit um einen Platz verbessern – und das obwohl der Umsatz um mehr als ein Prozent gesunken ist. Damit hat sich Metro allerdings besser entwickelt als der Schnitt. In Europa ist der Gesamtumsatz der Top-300-Konzerne um 4,2 Prozent von 7,3 auf knapp sieben Billionen Euro gesunken.

Umsatz: 59,2 Milliarden Euro
Entwicklung: - 1,2 Prozent

Platz 8: Deutsche Post
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Die Deutsche Post hat ein durchwachsenes Jahr hinter sich. 2015 sank der operative Gewinn um 19 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der Umsatz hingegen legte über fünf Prozent zu.

Umsatz: 61,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 5,1 Prozent

Platz 7: Deutsche Telekom
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Die Deutsche Telekom konnte ihren Umsatz um über zehn Prozent steigern. Während hierzulande das Geschäft schleppend verläuft, sorgt vor allem die florierende US-Mobilfunksparte für diesen Umsatzsprung. Der Erfolg kommt überraschend. T-Mobile USA war einst ein Verkaufskandidat der Deutschen Telekom. Das US-Kartellamt verhinderte damals diesen Verkauf – mittlerweile zur Freude des deutschen Telekomkonzerns.

Umsatz: 69,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 10,5 Prozent

Platz 6: BASF
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Die Chemiebranche steht derzeit unter großem Druck. Der Preisverfall an den Rohölmärkten und Rezessionen in vielen Schwellenländern belasten die Geschäfte und sorgen für eine Konsolidierungswelle. Große Konzerne wie BASF gehen auf Einkaufstour. Auch Konkurrent Bayer sucht nach Kaufgelegenheiten. Als heißer Übernahmekandidat gilt Monsanto, der sowohl bei Bayer als auch bei BASF auf der Liste steht.

Umsatz: 70,4 Milliarden Euro
Entwicklung: - 5,2 Prozent

Platz 5: Siemens
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Das starke Industriegeschäft lässt die Kassen bei Siemens klingeln. Sowohl Umsatz als auch Gewinn konnte der Konzern steigern. Besonders gut liefen die Sparten Power, Gas und Windenergie. Profitieren konnte Siemens auch von der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran.

Umsatz: 75,6 Milliarden Euro
Entwicklung: + 6,2 Prozent

Platz 4: BMW
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Die Autobranche gehört nach wie vor zu den größten Branchen in Europa. BMW kommt im gesamteuropäischen Ranking auf den neunten Platz. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent gestiegen – auch dank führender Technologien. So ist BMW einer der wenigen Autohersteller, dessen Dieselmotoren nicht im Verdacht stehen, Abgasemissionen manipuliert zu haben.

Umsatz: 92,2 Milliarden Euro
Entwicklung: + 14,6 Prozent

Derzeit hat VWFS knapp 18 Millionen Verträge im Bestand, davon 6,4 Millionen Kredit- und 2,8 Millionen Leasing-Verträge. Bis 2025 sollen daraus 30 Millionen werden. Ohne den Umbau bräuchte sie für dieses Wachstum noch mehr Kapital. „Zudem schaffen wir finanziellen Spielraum für kapitaleffizientes Wachstum in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern“, erklärte Vorstandsmitglied Michael Reinhart.

Organisatorisch soll sich nichts ändern. Sitz beider Unternehmen bleibe Braunschweig, ein Stellenabbau sei nicht geplant, sagte der Sprecher. Das Finanzierungsgeschäft in den USA wird direkt von der dortigen VW-Tochter geführt.

  • rtr
  • dpa
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