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15.07.2008 

Volkswagen verbrennt seit Jahren Geld in den USA. Der schwache Dollar verschärft die Lage weiter. Unternehmenskreise gehen allein für 2008 von einem Verlust von rund 250 Mill. Euro aus. Eine amerikanische Produktionsstätte samt einem Zulieferanteil von mindestens 70 Prozent aus dem Dollar-Raum soll VW in die Gewinnzone führen. Seit die Deutschen vor 20 Jahren ihr Werk in Pennsylvania dicht gemacht haben, produzieren sie nicht mehr in den USA.

Das rund eine Milliarde Dollar (620 Millionen Euro) teure Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee soll dem Wolfsburger Konzern helfen, binnen zehn Jahren den US-Absatz mehr als zu verdreifachen. Mit dem Neubau folgt VW Konkurrenten wie Daimler oder BMW, die bereits in Amerika produzieren, um sich vom starken Euro unabhängiger zu machen. Bisher beliefert Volkswagen den US-Markt aus seinem Werk im mexikanischen Puebla und mit Importen aus Europa.

Das neue Werk sei Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens im Dollarraum, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. „Die USA sind für unsere Volumenstrategie ein wichtiger Markt, den wir jetzt mit großer Konsequenz erschließen.“

Die ersten Wagen sollen in Chattanooga Anfang 2011 vom Band laufen. In der ersten Ausbaustufe will Volkswagen 150.000 Autos im Jahr bauen. 2007 waren in den USA rund 230.000 Fahrzeuge der Marke VW verkauft worden. Hinzu kamen 93.000 Audi. Damit lag der Marktanteil des Konzerns bei zwei Prozent.

Die Region Chattanooga habe eine entwickelte Zuliefer- und Verkehrsinfrastruktur sowie qualifizierte Arbeitskräfte, begründete das Unternehmen die Entscheidung. Mittelfristig werde VW an dem Standort rund 2000 Mitarbeiter beschäftigen.

Zunächst sollen in Chattanooga nur Modelle der Kernmarke VW gebaut werden. Danach könne aber auch eine gemeinsame Produktion mit der Schwestermarke Audi ins Auge gefasst werde, sagte ein Sprecher in Ingolstadt. Die VW-Tochter denkt ebenfalls über ein US-Werk nach, will sich mit einer Entscheidung aber noch Zeit lassen. „Wir werden im Frühjahr nächsten Jahres über einen Standort in den USA entscheiden“, bekräftigte der Sprecher.

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