Volkswagen-Flotte: Der Ärger mit den Privatjets

Volkswagen-Flotte
Der Ärger mit den Privatjets

Ein Weltkonzern braucht mehr als einen Fuhrpark. Mit zehn eigenen Privatmaschinen fliegt Volkswagen seine Top-Manager in die ganze Welt. Doch das läuft nicht immer reibungslos.
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DüsseldorfAm General Aviation Terminal des Flughafens Stuttgart herrscht an diesem Mittwoch Hochbetrieb. Wer wirklich wichtig ist, landet am Privatjet-Terminal des Flughafens. Und heute werden besonders viele wirklich Wichtige erwartet. Zur Hauptversammlung der Porsche SE in Zuffenhausen kommen unter anderem VW-Konzernchef Martin Winterkorn und die mächtigen Vertreter der Clans Porsche und Piëch.

Wenn die Granden des Konzerns einfliegen, dann dürfte auch die private Fluggesellschaft des größten deutschen Automobilkonzerns ins Rampenlicht rücken. Dabei ist eigentlich Diskretion angesagt, die 100-prozentige VW-Tochter firmiert als „Lion Air Services“. Der Name lässt keinen Rückschluss auf den Eigner zu. Wer wissen will, wem die kleine Airline gehört, muss einen Blick auf die VW-Beteiligungen im Geschäftsbericht werfen, dort ist sie ein Teil der „Volkswagen Air Service“. Die Geheimniskrämerei ist kein Zufall.

Denn die Flotte hat Seltenheitswert in der deutschen Wirtschaftswelt. Kaum ein anderer Dax-Konzern gönnt sich eine solch große Luftflotte, ganz im Gegenteil: Eigentlich verzichten immer mehr Unternehmen auf eigene Firmenflieger. Immer wieder gibt es negative Schlagzeilen über die Vermischung von privaten und dienstlichen Flügen von Managern. Charterflieger sind in vielen Fällen die günstigere Alternative. Bei Volkswagen sieht man das anders. Der Konzern betreibt zehn Flugzeuge noch in eigener Regie.

Um die Kosten für die Flotte gering zu halten, firmiert Lion Air Services auf den Cayman-Inseln, dort ist die Firma seit 1995 in das Handelsregister eingetragen. Der Konzern legt Wert darauf, dass bei der Wahl des Standorts Steuereffekte keine Rolle spielen, sondern sicherheitsrelevante Aspekte. Offizielle Anschrift ist das „Ugland House“ in der South Church Street – eine klassische Herberge für tausende Briefkastenfirmen.

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Kommentare zu " Volkswagen-Flotte: Der Ärger mit den Privatjets"

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  • JA, die VW und Audifahrer müssen ihre Marke lieben. Eigentlich eher peinlich für Volkswagen ...dieser Bericht. Reisen mit Normalos würde so manchen Mr.Wichtig auf den Boden der Realität zurückholen und etwas gesunde Gehirnwäsche mit der Möglichkeit des Nachdenkens bringen, während man in São Paulo auf den GOL Inlandsweiterflug wartet.

    Und das ein Konzern mit nennenswerter Landesbeteiligung steuersparende Firmen im Steuerparadies gründet...hat etwas Geschmäckle...kriegt VW eigentlich staatliche Subventionen?

  • Hessens Landesregierung auch dabei beteiligt ??????

    Und von WO kommen die Vorstandsmitglieder her, dass Sie eine Luftflotte brauchen ???

    Anschaffungspreis + Instandhaltungskosten + Betriebskosten = 1 Mrd / Jahr ???

    Müssen VW und Audifahrer ihre Marke lieben, um das zu finanzieren.

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