Volkswagen-Führungskrise
Showdown um Winterkorn in Österreich

Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn tritt vor dem Präsidialausschusses des VW-Aufsichtsrats auf. Trotz zahlreicher Rückhaltsbekundungen ist seine Zukunft im Konzern ungewiss. Eine Entscheidung könnte heute fallen.
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FrankfurtDie Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Volkswagen-Vorstandschef Martin Winterkorn zu einem Showdown mit dem Aufsichtsrat gereist ist. Der Manager werde vor dem Präsidialausschuss auftreten, der außer der Reihe heute tagt, schreibt die Agentur mit Berufung auf Personen, die über die Beratungen informiert sind.

Nach dpa-Informationen findet die Sondersitzung im österreichischen Salzburg statt. Das gleichnamige Bundesland ist die Heimat von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, dort ist auch der Familiensitz der ebenfalls an dem Konzern beteiligten Familie Porsche. Nach dpa-Informationen startete ein Flugzeug am Donnerstag im VW-Auftrag aus Niedersachsen gen Salzburg. Darin saß auch der niedersächsische Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD).

Nach Handelsblatt-Informationen hat die Sitzung um 15 Uhr begonnen. Insider berichten, das Treffen ist gegen kurz nach 19 Uhr beendet worden. Ergebnisse wurden bislang nicht bekannt. Die „FAZ“ will aus Volkswagen-Kreisen erfahren haben, dass Winterkorn mit der Forderung nach einer Vertragsverlängerung in das Gespräch gehen wollte. Winterkorn hat bisher einen Vertrag bis 2016.

Das Präsidium, der engste Kreis des VW-Aufsichtsrats, will über einen Ausweg aus der Führungskrise beraten, nachdem Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch von Winterkorn abgerückt war. „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“, hatte er „Spiegel Online“ gesagt und damit für Turbulenzen bei VW gesorgt. Das Präsidium ist mit seinen sechs Mitgliedern der Kern des 20-köpfigen Aufsichtsrats und bereitet entscheidende Weichenstellungen des Kontrollgremiums vor.

Im Präsidium sitzen: Ferdinand Piëch (Vorsitz), Berthold Huber von der IG Metall (stellvertretender Vorsitz), VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh, der Sprecher des Porsche-Familienzweigs Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie der Osterloh-Vize Stephan Wolf.

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Zwei Lager treffen aufeinander

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  • Showdown in Salzburg
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    Piëch spielt den "bad cop", Porsche den "good cop".
    Porsche Osterloh und Weil (SPD) stehen hinter Winterkorn.
    Piëch wollte gute Zahlen, die hat Winterkorn aber nicht geliefert.
    In den USA dümpelt der Absatz vor sich hin. Hier ist Winterkorn ideenlos.
    Deshalb hat Piëch das Vertrauen in ihn verloren.
    Für Piëch ist Volkswagen eine "Herzensangelegenheit". Hier wird kein Versagen geduldet.

    Wolfgang Porsche steht deshalb hinter Winterkorn, weil Piëch Wiedeking gefeuert hatte. Ihm standen damals die Tränen in den Augen.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    in der Automobilherstellung ist die Kostenanalyse und der Gewinn in monetärer Hinsicht der Erfolg eines Unternehmens.
    Dieses wird Herr Piech genau berechnet haben und eine Gewinn- Verlustrechnung aufgemacht haben.

    Leider bedeutet dieses für viele Mitarbeiter dieser Unternehmung große Gehaltskürzungen oder Entlassung auf der Mitarbeiterzahl von ca. 50.000 - 60.000 auf einen niedrigen Niveau.
    Ein Unternehmen lebt vom Gewinn und es wird in den nächsten Jahren die Volkswagen AG mit Ihren dazugehörigen Unternehmen treffen.

    Vorstandsvorsitzende haben nur einen kleinen Bereich Ihrer Kostenanalyse und eine Entlassung vieler Mitarbeiter und einer Straffung der Kosten anhand von Entlassungen dieser großen Mitarbeiterzahl bleibt nicht aus.
    Die Management Vorsitzenden haben ein zu hohes Salär und diese Gehälter müssen auf ein wirtschaftliches Kostenniveau gekürzt werden und dem Niveau anderer Automobilhersteller hergestellt werden.

    In der Volkswagen AG besteht ein Beamtenverhältnis, dass leider kein Staat ist, sondern ein Wirtschaftsunternehmen ist, dass alles getan werden muss, dass dieses Unternehmen mit einen Gewinn mit einer passenden Marge an Ihren Produkten rechnen kann.

    Gruß mikkie

  • Das sollte man in der Tat 45jährigen Heißspornen überlassen: statt Komplexität erfassen zu wollen/können, sie auf die Reduzibilität einiger weniger 45jähriger zu simplifizieren, die wenig mehr zu bieten haben als ambitionierte Ziele^^.

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