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24.07.2008  | Aktualisiert 24.07.2008, 12:22 Uhr 

Wann bauen Sie Ihren MAN-Anteil zu einer Mehrheit aus?

Ich schaue nicht jeden Tag auf irgendwelche Aktienkurse. Unsere Engagements sind wir nicht aus spekulativen Gründen eingegangen, sondern weil sie für uns eine strategische Rolle spielen. Erst vor kurzem haben wir 2,8 Mrd. Euro für unseren Anteil an Scania überwiesen. Wir wollen unser Unternehmen fordern, aber nicht überfordern.

Dabei ließe sich gemeinsam viel Geld sparen. Ist das kein Anreiz?

Auch wenn die Auftragsbestände von MAN zuletzt unter den Vorjahreswerten lagen, liegen Rekordbestellungen vor. Die muss der Vorstand in Profitabilität umsetzen. Wir wären nicht gut beraten, in der heutigen Situation zu viel über Synergien zu reden. Wir empfinden keinerlei Handlungsdruck. Es reicht aus, von Zeit zu Zeit über das Thema nachzudenken.

Bringen Benzinpreis und Umweltauflagen einen Epochenwechsel?

Eine Zäsur erwarte ich nicht. In der Debatte um Umweltverträglichkeit wird übersehen, wie effizient moderne Autos heute schon sind. Viele Trends wie der Wunsch nach Treibstoffeffizienz beschleunigen sich. Volkswagen hat große Chancen, diese Situation besser zu bewältigen als andere.

An den steigenden Kosten etwa für Metall kommt keiner vorbei...

...weshalb wir über die Rohstoffseite zwangsläufig höhere Kosten bekommen. Das wird sich aber nicht unerheblich verzögern. VW ist vertraglich gut aufgestellt, zudem sind wir gut abgesichert. Es ist aber keine Frage, dass wir in ein wirtschaftliches Umfeld mit höherer Inflation gehen. Autohersteller müssen sich zwangsläufig damit beschäftigen. Wir werden zu prüfen haben, ob wir einen ersten Schritt von Preisanpassungen noch in diesem Jahr machen.

Wie ist der Stand bei der Kleinwagenfamilie Up?

Der Up wird relativ kurz nach Beginn des neuen Jahrzehntes kommen. Wir werden deutlich mehr Technologievarianten anbieten als ursprünglich geplant. Das Konzept ist bestens für die Elektrifizierung geeignet - und das werden wir nutzen. Den Elektroantrieb werden wir dazu modularisieren.

Die Fragen stellte Mark C. Schneider.

Hans Dieter Pötsch

28. März 1951

Hans Dieter Pötsch wird im österreichischen traun Nahe Linz geboren. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Darmstadt.

Von 1979 bis 1987

arbeitet der Manager bei BMW, zuletzt als Leiter des Konzerncontrollings.

1987

Pötsch wird Geschäftsführer für Finanzen und Verwaltung bei Trumpf.

Von 1991 bis 1995

ist er Vorstandschef bei Taub.

Juli 1995

Pötsch wechselt zu Dürr. Er verlässt das Unternehmen Ende 2002 als Vorstandschef.

1. Januar 2003

Er wird ordentliches Mitglied des VW-Vorstands - ohne Geschäftsbereich.

5. September 2003

Hans Dieter Pötsch übernimmt im VW-Konzernvorstand die Verantwortung für Finanzen und Controlling.

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