Volkswagen-Hauptaktionär
Porsche will VW-Bücher unter die Lupe nehmen

VW-Hauptaktionär Porsche will die Bücher des Wolfsburger Autokonzerns in den kommenden Monaten unter die Lupe nehmen.

HB HAMBURG. "Sobald Porsche den Wolfsburger Automobilhersteller voll in seine Bilanz nimmt, müssen die Vermögensgegenstände neu bewertet werden", teilte der Sportwagenbauer am Freitag in Stuttgart mit. Dafür stelle VW Porsche die notwendigen Daten zur Verfügung. Der Vorgang entspreche internationalen Bilanzierungsvorschriften und werde von Wirtschaftsprüfern begleitet. "Dabei hält sich Porsche an geltendes Recht und wird ausschließlich die für die Erstellung der Bilanz notwendigen Schritte unternehmen", betonte Porsche.

Die "Stuttgarter Zeitung" berichtete am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise, Porsche werde ein großes Team der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young nach Wolfsburg entsenden. Deren Aufgabe werde es sein, den Wert aller Wirtschaftsgüter bei Volkswagen zu überprüfen und danach eine Eröffnungsbilanz zu erstellen. Dafür hätten die Wirtschaftsprüfer knapp ein Jahr Zeit. In Porsche-Kreisen werde dies als Herkulesaufgabe gewertet. Allerdings gelte der Einblick, den der Sportwagenbauer in seinen Teilkonzern VW auf diese Weise gewinne, auch als einmalige Chance, Risiken und versteckte Lasten aufzuspüren.

Seit dem Einstieg von Porsche bei Europas größtem Autobauer herrscht in Wolfsburg neben anderen atmosphärischen Störungen tiefes Misstrauen, der Hauptaktionär könnte Informationen bei VW sowie der Premiumtochter Audi abziehen. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hatte berichtet, VW habe sich einen Verhaltenskodex gegeben, um mit Porsche nur die nötigsten Informationen auszutauschen.

Porsche hatte am Dienstag seinen Anteil an Volkswagen auf 35,14 Prozent erhöht und auf diese Weise die faktische Mehrheit über Europas größten Autobauer erlangt. VW wird damit zu einer Tochtergesellschaft des sehr viel kleineren Sportwagenherstellers aus Stuttgart. Porsche will seinen Anteil an VW in den kommenden Wochen auf über 50 Prozent erhöhen und damit auch mehrheitlich das Steuer übernehmen.

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