Volkswagen im Lovestorm
„Ich möchte kein anderes Auto fahren als meinen VW-Golf“

Der Shitstorm ebbt ab: In Sozialen Netzwerken finden sich immer mehr Liebesbekundungen an Volkswagen – Abgas-Skandal hin oder her. In der Kommunikation kann VW dabei auch aus dem Elch-Test-Desaster von Mercedes lernen.

DüsseldorfVolkswagen im „Lovestorm“: Während die Abgasaffäre weitere Kreise zieht, positionieren sich viele VW-Liebhaber zugunsten des angeschlagenen Konzerns. Bei Facebook schwören sie VW ihre Treue, „für immer und ewig“.

„Ich finde es nicht schlimm, dass Ihr beschissen habt. Danke für diese Autos. Ich bleib Euch weiter treu!“ schreibt Facebook-Nutzer Marco B. auf der offiziellen Fanpage von Volkswagen Deutschland. Unter seinem Kommentar hat er das Bild eines aufgemotzten Golfs gepostet, der in der Sonne glänzt. 500 Leuten gefällt das.

Auch Marcel B. stellt sich auf die Seite von Volkswagen: Bei anderen Herstellern blockierten Lenkrad-Schlösser oder gingen Airbags während der Fahrt hoch. Bei VW hingegen sei „die Sicherheit des Fahrzeugs zu 100 Prozent gewährleistet, es handelt sich doch nur um Abweichungen in den Abgaswerten!“ Es gehe deswegen lediglich „um das liebe gute Geld“, empört sich Marcel B. „Da fehlen mir einfach nur die Worte.“

Nutzer You Sef meint: „Ihr seid eine Weltmarke und baut sehr stabile und zuverlässige Autos! Braucht niemand in den USA was zu erzählen, die mit ihren Drecksschleudern.“ Und Tim W. schreibt: „VW für immer und ewig beste Marke, egal, was die anderen sagen!!“ Seiner öffentlichen Liebesbekundung fügt er ein kleines rotes Herzchen bei.

Schon erstaunlich: Der Skandal um manipulierte Abgaswerte hat VW tief in den Schlamassel gebracht, dem Konzern drohen unter anderem in den USA hohe Strafen, und auch die Politik forscht nach.

Doch viele treue Fans scheint das nicht zu stören. „Wir sollten den NSA-Skandal gegenrechnen. Wie viel würden wir dann noch bekommen?“, hat Hermann M. an die VW-Facebook-Pinnwand geschrieben. Und Susi K. meint: „Volkswagen ist nach wie vor Qualität. Läuft und läuft und läuft. Ich möchte kein anderes Auto fahren als meinen Golf.“

Handelsblatt-Dossier:
Inside Wolfsburg

Volkswagen hatte höchste Ziele: Die Welt der Autos wollte man auch mit der Dieseltechnologie erobern. Doch die Motoren lieferten nicht die vom US-Staat geforderten Abgaswerte, weshalb der Wolfsburger Automobilkonzern eine groß angelegte Manipulation begann. Die Rekonstruktion eines Betrugs in elf Kapiteln.

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Natürlich finden sich auf der VW-Facebook-Seite auch kritische Anmerkungen. „VW hat die Leute verarscht“, ärgert sich einer. Es sei eine „riesengroße Schweinerei“, dass man für ein Auto, das nur angeblich sauber sei, auch noch viel Geld bezahlen müsse. Ein anderer denkt offenbar über eine mögliche Klage nach. Denn: „Wer ein emissionsarmes Auto kaufen wollte und einen manipulierten Diesel bekam, wurde arglistig getäuscht!“ Und auch Dany M. schreibt sich die Wut von der Seele: „Ein Haufen Lügner seid Ihr!“ – in Großbuchstaben und mit mehreren Ausrufezeichen garniert.

Auch bei Twitter war zu Beginn der Affäre die Empörung groß, Volkswagen wurde zunächst mit Häme überschüttet. So hatte sich der Billigflieger Ryanair als „grünste und sauberste“ Airline Europas in Szene gesetzt und mit dem Werbespruch „Das Flugzeug“ den VW-Slogan „Das Auto“ aufs Korn genommen.

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„Ich möchte kein anderes Auto fahren als meinen VW-Golf“

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„Keep calm and love VW“

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„Volkswagen wird der größte Autobauer der Welt sein!“

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