Volkswagen in den USA
US-Chef tritt ab – Händler laufen Sturm

Unruhe bei Volkswagen: US-Chef Michael Horn verlässt überraschend das Unternehmen. Er hatte den Job erst Anfang 2014 übernommen. Sein Rückzug soll persönliche Gründe haben, doch die VW-Händler geben Wolfsburg die Schuld.
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New York/FrankfurtMichael Horn scheidet aus dem VW-Konzern sofort aus. Das teilte das Unternehmen mit. Es geschehe „im Einvernehmen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Einen Grund nannte VW nicht. Aus Konzernkreisen verlautet, dass Horns Ausscheiden persönliche Gründe hat. Horns Aufgaben soll nun Hinrich Woebcken übernehmen.

Der ehemalige BMW-Manager war im Januar zum neuen Chef für die gesamte Region Nordamerika ernannt worden und sollte erst zum ersten April bei Volkswagen starten. Er hätte eigentlich Horns Vorgesetzter werden sollen, übernimmt seine Aufgaben nun jedoch zunächst mit, heißt es bei VW.

Der Wolfsburger Autobauer steht in den USA extrem unter Druck. Die US-Umweltbehörde EPA und das Justizministerium haben wegen des Skandals um Abgasmanipulationen eine milliardenschwere Klage eingereicht. Erst am Dienstag sorgte ein Bericht des „Wall Street Journal“ für Aufsehen, wonach das Justizministerium ein Gesetz gegen den Konzern anwenden will, das eigentlich für Banken gedacht war. Damit soll geprüft werden, ob bei der Finanzierung der manipulierten Fahrzeuge Schaden entstanden ist.

Michael Horn war seit Januar 2014 Amerika-Chef. Der 54-Jährige arbeitete seit 1990 bei dem Wolfsburger Konzern und hat sich dort beharrlich nach oben gearbeitet. Im Oktober, drei Wochen nach Bekanntwerden des Dieselskandals, musste er vor dem US-Kongress aussagen.

Horn hatte sich damals selbst erstaunt gezeigt, dass ein Betrug in diesem Ausmaß bei VW möglich war. „Diese Vorfälle sind sehr besorgniserregend“, hatte er damals eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Horn galt als ein VW-Manager, der offen Probleme anspricht. In seiner Zeit als Amerika-Chef hat er sich vor allem für die Autohändler stark gemacht.

In den vergangenen Monaten hat er ein Goodwill-Programm auf die Beine gestellt, das US-Autofahrern Bargeld im Wert von 500 Dollar und einen Gutschein von weiteren 500 Dollar zukommen lässt, das sie bei ihrem Händler beispielsweise für Winterreifen ausgeben können. VW will somit auch die Kontaktdaten der Autobesitzer sichern, die das Unternehmen für den Rückruf in den USA braucht.

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Woebcken soll zunächst nicht öffentlich auftreten

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  • Frau Piaff,

    Zerschlagen:
    Ja - wenn der Konzern finanziell nicht in der Lage ist alle Betrugsopfer zu entschädigen, dann kann ja wohl kaum die Allgemeinheit dafür aufkommen.

    Hunderttausende Arbeitslose:
    Seit wann haben Sie ein Herz für Menschen? Das Schicksal von Millionen Flüchtlingen ist Ihnen doch auch egal.

    Bezieherin von Transferleistungen:
    Nein - lebe im Ausland und bin finanziell nicht von Deutschland nicht abhängig

  • Frau Pia Paff,

    dass riecht nach einem vom VW-Konzern abhängigen Erstausrüster, bei dem Sie beschäftigt waren. Für eine Leitende...pflegen Sie aber in Ihren Kommentaren einen interessanten Schreibstil.

  • Herr Falk,

    So wie Sie es darzustellen versuchen, möchte man meinen, dass VW am Ende unschuldig ist.

    De facto steht VW für eine gigantische Kapitalvernichtung, Betrug, Vetternwirtschaft mit der deutschen Politik. Aufklärung behoerdlicherseits - Fehlanzeige!

    Und was macht die AFD? Sie schweigt!

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