Volkswagen
Investoren greifen Ex-Aufsichtsrat Wulff an

Bundespräsident Christian Wulff wird von Investoren Fehlerverhalten in seiner Zeit als Aufsichtsrat bei Volkswagen vorgeworfen. Sie fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe.
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DüsseldorfMitten in der Kredit- und Medienaffäre sind gegen Bundespräsident Christian Wulff nun auch Vorwürfe wegen seiner früheren Tätigkeit als VW-Aufsichtsrat laut geworden, so ein Bericht der „Wirtschaftswoche“. Wulff habe als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt, sagte Alexander Reus, einer der beratenden Anwälte der mit dem Fall beauftragten Inkassogesellschaft ARFB. An die Firma haben 67 Investoren ihre Ansprüche abgetreten.

So habe Wulff - als niedersächsischer Ministerpräsident Mitglied im VW-Kontrollgremium - nicht verhindert, dass Anleger getäuscht worden seien. Die Investoren fordern dem Bericht zufolge knapp 1,8 Milliarden Schadensersatz. Insgesamt 67 Anleger, darunter Banken und Versicherungen, hätten einen Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Güteverfahrens bei der staatlich anerkannten Gütestelle CenaCom in Karlsruhe gestellt.

Dort konnte wegen des Feiertags in Baden-Württemberg am Freitag niemand Auskunft geben. Laut „Wirtschaftswoche“ heißt es in dem Antrag, Wulff habe „schweigend und untätig zugesehen, wie Porsche Nutznießer der Kapriolen (an der Börse) wurde und 5,4 Milliarden Euro Beute machte“.

Zahlreiche Investoren beschuldigen den Sportwagenbauer, er habe Investoren 2008 bei seinem später gescheiterten Übernahmeversuch von VW hinters Licht geführt und seine wahren Absichten verborgen. Durch diesen Verstoß gegen Transparenzpflichten im Aktienrecht seien Kursturbulenzen verursacht worden, die Anlegern teilweise massive Verluste eingebracht hätten. Es gibt deshalb bereits mehrere Schadenersatzklagen gegen den Autokonzern in Stuttgart und Braunschweig.

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VW-Aktie war auf 1000 Euro geschnellt

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Was mich an der Berichterstattung zu Wulff von Anfang an so sehr stört ist, dass so wenig belastbare (!) Fakten gegen ihn vorgebracht werden. Staatsanwaltschaften haben ja schon ab gewunken, weil Wulff juristisch kein Fehler anzulasten ist.

    Von Anfang an blieben die Vorwürfe wage konstruiert, oft unbewiesen und wurden, insbesondere von Kai Diekmanns Bildzeitung kampagnenartig als Kesseltreiben angelegt, weil offenbar nichts handfestes gegen Wulff vorzubringen war. In der Hoffnung, dass Wulff unter dem Beschuss aus allen Richtungen einen "politischen" Fehler macht, über den er dann stürzt, wurden immer neue teils hanebüchene Anwürfe aus dem Hut gezaubert, die letzten Endes stark darauf abzielten Wulff aufgrund seines Lebensstils zu diskreditieren, um die Masse gegen Wulff aufzubringen, was eigentliche wenig Sinn ergibt, denn der Bundespräsident ist nun einmal nicht vom Volk gewählt. Und das aus politischem Kalkül vielleicht der falschen Mann von der Bundesversammlung gewählt wurde, ist nicht mehr zu ändern.

    Weiter stört mich, dass in der Berichterstattung gegen Wulff alle ins gleicht Horn stoßen und kaum jemand die Hintergründe zu dem Zerwürfnis zwischen Bild (nennen wir es „Springer-Presse“) und Bundespräsident Wulff thematisiert. Presse-“Freiheit“ sollte doch auch heißen, dass mehrere Meinungen zu einem Thema existieren und verschieden Aspekte thematisiert werden und nicht alle dasselbe schreiben.

    Das intelligenteste, was ich zur sogenannten Wulff-Affaire gelesen habe war, glaube ich im Spiegel-Forum, eine einfache Frage: „Warum ist Wulff bei der Springer-Presse dermaßen in Ungnade gefallen?“ Auf diese sich aufdrängende Frage habe ich bisher in der Presse keine erhellende Antwort gefunden.

    Ich finde, die sog. Wullf-Affaire sagt weit mehr über die Bildzeitung aus als über Wulff.

    Doch die Frage bleibt: “Warum ist Wulff bei der Springer-Presse dermaßen in Ungnade gefallen?“ … würde mich wirklich interessieren.

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