Volkswagen Investoren greifen Ex-Aufsichtsrat Wulff an

Bundespräsident Christian Wulff wird von Investoren Fehlerverhalten in seiner Zeit als Aufsichtsrat bei Volkswagen vorgeworfen. Sie fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe.
Update: 06.01.2012 - 17:42 Uhr 42 Kommentare
Zu seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident war Christian Wulff (Mitte) Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen. Quelle: dapd

Zu seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident war Christian Wulff (Mitte) Mitglied im Aufsichtsrat von Volkswagen.

(Foto: dapd)

DüsseldorfMitten in der Kredit- und Medienaffäre sind gegen Bundespräsident Christian Wulff nun auch Vorwürfe wegen seiner früheren Tätigkeit als VW-Aufsichtsrat laut geworden, so ein Bericht der „Wirtschaftswoche“. Wulff habe als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt, sagte Alexander Reus, einer der beratenden Anwälte der mit dem Fall beauftragten Inkassogesellschaft ARFB. An die Firma haben 67 Investoren ihre Ansprüche abgetreten.

So habe Wulff - als niedersächsischer Ministerpräsident Mitglied im VW-Kontrollgremium - nicht verhindert, dass Anleger getäuscht worden seien. Die Investoren fordern dem Bericht zufolge knapp 1,8 Milliarden Schadensersatz. Insgesamt 67 Anleger, darunter Banken und Versicherungen, hätten einen Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Güteverfahrens bei der staatlich anerkannten Gütestelle CenaCom in Karlsruhe gestellt.

Dort konnte wegen des Feiertags in Baden-Württemberg am Freitag niemand Auskunft geben. Laut „Wirtschaftswoche“ heißt es in dem Antrag, Wulff habe „schweigend und untätig zugesehen, wie Porsche Nutznießer der Kapriolen (an der Börse) wurde und 5,4 Milliarden Euro Beute machte“.

Zahlreiche Investoren beschuldigen den Sportwagenbauer, er habe Investoren 2008 bei seinem später gescheiterten Übernahmeversuch von VW hinters Licht geführt und seine wahren Absichten verborgen. Durch diesen Verstoß gegen Transparenzpflichten im Aktienrecht seien Kursturbulenzen verursacht worden, die Anlegern teilweise massive Verluste eingebracht hätten. Es gibt deshalb bereits mehrere Schadenersatzklagen gegen den Autokonzern in Stuttgart und Braunschweig.

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42 Kommentare zu "Volkswagen: Investoren greifen Ex-Aufsichtsrat Wulff an"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Was mich an der Berichterstattung zu Wulff von Anfang an so sehr stört ist, dass so wenig belastbare (!) Fakten gegen ihn vorgebracht werden. Staatsanwaltschaften haben ja schon ab gewunken, weil Wulff juristisch kein Fehler anzulasten ist.

    Von Anfang an blieben die Vorwürfe wage konstruiert, oft unbewiesen und wurden, insbesondere von Kai Diekmanns Bildzeitung kampagnenartig als Kesseltreiben angelegt, weil offenbar nichts handfestes gegen Wulff vorzubringen war. In der Hoffnung, dass Wulff unter dem Beschuss aus allen Richtungen einen "politischen" Fehler macht, über den er dann stürzt, wurden immer neue teils hanebüchene Anwürfe aus dem Hut gezaubert, die letzten Endes stark darauf abzielten Wulff aufgrund seines Lebensstils zu diskreditieren, um die Masse gegen Wulff aufzubringen, was eigentliche wenig Sinn ergibt, denn der Bundespräsident ist nun einmal nicht vom Volk gewählt. Und das aus politischem Kalkül vielleicht der falschen Mann von der Bundesversammlung gewählt wurde, ist nicht mehr zu ändern.

    Weiter stört mich, dass in der Berichterstattung gegen Wulff alle ins gleicht Horn stoßen und kaum jemand die Hintergründe zu dem Zerwürfnis zwischen Bild (nennen wir es „Springer-Presse“) und Bundespräsident Wulff thematisiert. Presse-“Freiheit“ sollte doch auch heißen, dass mehrere Meinungen zu einem Thema existieren und verschieden Aspekte thematisiert werden und nicht alle dasselbe schreiben.

    Das intelligenteste, was ich zur sogenannten Wulff-Affaire gelesen habe war, glaube ich im Spiegel-Forum, eine einfache Frage: „Warum ist Wulff bei der Springer-Presse dermaßen in Ungnade gefallen?“ Auf diese sich aufdrängende Frage habe ich bisher in der Presse keine erhellende Antwort gefunden.

    Ich finde, die sog. Wullf-Affaire sagt weit mehr über die Bildzeitung aus als über Wulff.

    Doch die Frage bleibt: “Warum ist Wulff bei der Springer-Presse dermaßen in Ungnade gefallen?“ … würde mich wirklich interessieren.

  • Wo bleibt der Anstand? Wann hören die Medien mit der Hetzjagd auf? Ich kann es nicht mehr hören und sehen.
    Man muss ja Angst haben in das Visier der Medien zu kommen. Da hilft nur noch die Flucht oder Selbstmord(Siehe Barschel)

  • @kid-vinyl: Ich habe schon mehrmals geschrieben, dass ich nicht allzuviel von Christian Wulff als Politiker halte.

    Was mich aber inzwischen noch mehr stört, ist die mediale Hetzkampagne. Täglich werden mehr fadenscheinige Anschuldigungen aufgetischt. Vom ursprünglichen Vorwurf der Vorteilsnahme spricht man gar nicht mehr.

    Was mich auch stört ist die Tonart der Anschuldigungen. Respekt ist anscheinend im Internet-Zeitalter out. Wenn ich hier oder bei Facebook lese, habe ich wenig Hoffnung für die sich anbahnende Basisdemokratie.

    Noch einmal zurück zu den Medien. Ein halbes Leben lang halte ich BILD für ein schmieriges Lügenblatt. Und jetzt soll ich mich vor den Karren deren Kampagne spannen lassen? ::-D

    BILD deckt Politiker oder BILD schlachtet Politiker ab, ganz nach Laune. Das ist nicht die Demokratie, die ich schätze.

    Ich hätte nicht dagegen, Joachim Gauck als Bundepräsidenten zu bekommen... aber erst nachdem diese Schmierenkampagne beendet wurde.

  • Zu...

    06.01.2012, 20:31 Uhr
    Anonymer Benutzer: Luxemburgerin

    Wulff is toast.Wie WAHR…
    =============================================
    Deutschland ist, was die Politik angeht, ein endloser Vorhang, da lauern noch Massen an Leuchten hinterm Vorhang die keiner braucht!

    Der Wulff sollte alle Politiker an die Hand nehmen und Deutschland in Richtung islamische Nationen verlassen.

  • @keep cool: wieviel bezahlt man ihnen eigentlich, damit sie hier täglich den unfähigsten bp aller zeiten verteidigen??

  • Wenn ich die deutschen Politiker & deren Klientel so höre & erlebe, kommt mir mittlerweile der Gedanke an den Zahnarzt.
    Ich bräuchte mal einen Termin zum Zahnbohren,
    damit ich den Schmerz spüre, den ich empfinde.

    Elendes hohles Schmarotzerpack.

  • Mal sehen, welche Satiremeldungen morgen vor allem wieder aus den Springer-Redaktionen initiiert werden, zu Belustigung der Leserschaft und zu Bändigung des "bösen Wulffs".

    Krokette, auch wenn SIE es nicht fertig bringen, über den 'Bild'-Tellerrand hinwegzuschauen (oder zu lesen), gibt es wahrlich genug andere Medienquellen die Wulff nicht 'kreideweiss' hinstellen - auch wenn Sie sich das Ihrer beschränkten 'Auswahl' nicht 'vorzustellen' in der Lage sind.

    An Ihrer Stelle würde ich mal alle die Links hier durchlesen (insbes. von der FT) und wenn wir schon dabei sind, hier ist ein kleiner Vorgeschmack der Wulff in ein genauso zwielichtiges Licht hinstellt wie die BW und wo VW mit keinem Wort ewähnt wird... Keiner braucht 'Kreide' bei Wulff anzuwenden. Der kreidet sich selbst an, so dumm wie der sich angestellt hat. Das hier ist ein Auszug aus 'Der Zeit':

    Der Zorn der Häuslebauer

    QUOTE:
    Seit die Öffentlichkeit weiß, dass die (BW) Bank den Bundespräsidenten kreditiert hat, flattern dem Institut Dutzende Briefe von empörten Kunden ins Haus. Sie wollen erfahren, was es mit dem Prominentenbonus auf sich hat, der Christian Wulff in einem Darlehensvertrag gewährt wurde. Vor allem aber wollen sie wissen, wer und wofür Sonderzinskonditionen bekommt, von denen Normalbürger nur träumen können.

    UNQUOTE

    http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-01/kreditaffaere-bw-bank

  • Herr Wulff sollte die Zeichen der Zeit erkennen, dass seine Zeit abgelaufen ist. Die Hatz auf ihn ist durch die Presse und das Internet iniziert und wird erst beendet sein , wenn der große böse Wulff erlegt ist. Das ist inzwischen grenzwertig zu einer Rufmordkampagne. Wenn er wenigstens noch sein Privatleben retten will, sollte er jetzt aufgeben und „den Bettel hinschmeißen“. Sonst findet sich möglicherweise noch jemand, der bestätigt, dass er in der 7 Klasse bei der Lateinarbeit abgeschrieben hat. Und das ist ja nun wirklich für einen Bp untragbar…..

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